FT-Ranking: Harvard verdrängt Stanford von Platz 1

Von am 27. Januar 2020
FT-Ranking Harvard Harvard Business School

Im neuen globalen FT-Ranking steht diesmal Harvard an der Spitze vor Wharton und Stanford. Beste deutsche Schule ist die WHU auf Platz 64.

Beim globalen Ranking der Financial Times (FT) zu den besten Vollzeit-MBAs ist diesmal die Harvard Business School die Nummer 1 und verbessert sich damit um einen Platz. Rang 2 hat die Wharton School (Vorjahr Platz 4) und auf Platz 3 folgt die Stanford Graduate School of Business, die zwei Plätze einbüßte.

Beste nicht-amerikanische Schule ist INSEAD auf Platz 4 (Vorjahr Platz 3), gefolgt von der CEIBS in Shanghai (Vorjahr ebenfalls Platz 5), der MIT Sloan School of Management (Vorjahr Platz 8) und der London Business School auf Platz 7 (Vorjahr Platz 6). Es folgt auf Platz 8 die Columbia Business School (Vorjahr Platz 9). Das erstaunlichste Ergebnis zeigt die HEC Paris auf Platz 9. Im Vorjahr lag sie noch auf Platz 19. Das ist der größte Aufstieg unter den Top 35. Letzte unter den Top Ten ist die Booth Chicago School of Business (Vorjahr Platz 7).

Mit sechs von zehn Schulen unter den Top Ten im FT-Ranking, dominieren die US-Schulen nur noch leicht. Im vergangenen Jahr waren es noch sieben Schulen.

Insgesamt schaffen es in diesem Jahr 51 US-Schulen, je neun britische und chinesische, je vier französische und indische Schulen in die Top 100. Deutschland ist zusammen mit Singapur, Australien, Kanada und Spanien mit je drei Schulen vertreten. Auffallend sind zahlreiche Doppel-Platzierungen. So erreichen bei zehn Plätzen jeweils zwei Schulen gemeinsam einen Rangplatz, in zwei Fällen waren es sogar drei Schulen.

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Der große Aufsteiger unter den deutschen Schulen ist die WHU – Otto Beisheim School of Management, die von Platz 71 auf Platz 64 klettert. Damit ist die WHU bereits zum zweiten Mal die beste deutsche Schule im FT-Ranking. Die Mannheim Business School verbessert sich auf Platz 71 (Vorjahr Platz 77). Und die ESMT verschlechtert sich um zwei Plätze auf Platz 81.

Auffallend sind auch in diesem Jahr einige gravierende Auf- und Abstiege. Insgesamt haben 26 Schulen zweistellige Auf- oder Abstiege. Alliance Manchester Business School steigt von Platz 59 auf 45 auf, nachdem sie im vergangenen Jahr um 23 abgestürzt war. Die Cass Business School an der University of London steigt von Platz 64 auf 50. Die George Washington University gewinnt 20 Plätze von 90 auf 70. Shanghai Jiao Tong University (Antai) steigt von Platz 51 auf 37, die University of North Carolina (Kenan-Flagler) von 52 auf 39,

Zu den größten Absteigern gehört die IE Business School in Madrid, die 21 Plätze verlor und nur noch auf Platz 52 landet. 2017 lag sie noch auf Platz 8. Auch die Imperial College Business School muss kräftig Federn lassen und landet auf Platz 55. Im Vorjahr erreichte sie Platz 39, im Jahr davor Platz 51. Einen ähnlichen Zickzack-Kurs legt die britische Durham Business School hin und landet auf Platz 62. Im Vorjahr lag sie auf Platz 43 und 2018 auf Platz 64. Solche starken Veränderungen erwecken vor allem Zweifel an der Aussagekraft der Rangliste, weil es innerhalb eines Jahres kaum so großen Veränderungen bei den Schulen gibt.

Neu im FT-Ranking sind das Shanghai University of Finance and Economics College of Business auf Platz 47, die Northeastern University D´Amore McKim auf Platz 69, die Miami Herbert Business School auf Platz 93, die University of California at San Diego (Rady) auf Platz  96 und die City University of Hong Kong auf Platz 98. Die britische Lancaster Business School (Vorjahr Platz 91) ist nicht mehr dabei.

Was die Internationalität der Studenten und Professoren angeht, zeigt sich erneut deutlich, wie wenig international die US-Schulen sind. Schaut man sich das Kriterium zur Internationalität der Studenten an, so kommt Sieger Harvard nur auf einen Anteil von 37 Prozent internationalen Studenten, die Wharton School auf 32 Prozent und Stanford auf 43 Prozent. Dagegen haben das IMD (Platz 25), die französische ESSEC Business School (Platz 88) und die University of Hong Kong (Platz 56) je 98 Prozent internationale Studenten. Die University of Oxford (Said) auf Platz 21 kommt auf 97 Prozent, INSEAD (Platz 4) kommt auf 96 Prozent, die HEC Paris (Platz 9), das Imperial College (Platz 55), die spanische ESADE Business School (Platz 24) und die Durham Business School (Platz 62) auf jeweils 95 Prozent. Ähnliches gilt bei der Faculty. Während der internationale Anteil beim IMD bei 98 Prozent liegt und bei INSEAD bei 93 Prozent, sind es bei Harvard nur 38 Prozent und bei Stanford nur 37 Prozent.

Den größten Gehaltszuwachs gibt es mit 216 Prozent beim Neueinsteiger Shanghai University of Finance and Economics College of Business. Das Gehalt liegt bei 119.531 Dollar. An der Fudan University School of Management sind es 203 Prozent und an der Shanghai Jiao Tong University (Antai) 201 Prozent. Beim Sieger Harvard waren es dagegen nur 110 Prozent. Auffallend ist der mit 133 Prozent – vor allem in Europa – hohe Wert bei der HEC Paris. Am INSEAD sind es im Vergleich dazu nur 101 Prozent.

Gehaltsteigerungen nach dem MBA-Studium sind Asien und den USA generell deutlich höher als in Europa. Das höchste Gehalt haben wie im vergangenen Jahr die Stanford-Absolventen mit 225.589 Dollar. In Harvard sind es 208.023 Dollar.

In Deutschland sind die Steigerungen in der Regel zwar geringer, aber dennoch beachtlich. An der WHU sind es 84 Prozent und in Mannheim 83 Prozent. Zudem sind auch die Gehälter geringer. So liegt Gesamtgehalt an der WHU bei 125.238 Dollar, in Mannheim bei 124.415 Dollar. Im Vergleich dazu verdienen die – fast ausschließlich indischen – Absolventen am Indian Institute of Management in Bangalore 183.703 Dollar. In Wirklichkeit beträgt das Gehalt laut der indischen Website Shiksha jedoch nur 34.384 Dollar.

Denn bei dem FT-Ranking wird das in US-Dollar umgerechnete Gehalt entsprechend der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, kurz PPP) an die lokale Kaufkraft angepasst. Das führt zu teils absurden Verzerrungen, von denen vor allem die Schwellenländer profitieren. Denn für einen Dollar kann man in China oder Indien nun mal mehr kaufen als in der Schweiz.

Nach wie vor machen das Gehalt und der Gehaltszuwachs 40 Prozent der Bewertung beim FT-Ranking aus. Von den im vergangenen angekündigten Veränderungen ist nichts zu merken.

Damals hatte die UN-Studie „Business Schools Rankings for the 21st Century“ die verhängnisvollen Fehlentwicklungen der MBA-Rankings bemängelt und vor allem auch die hohe Gewichtung des Gehalts kritisiert. Die Financial Times gab daraufhin bekannt, dass sie die Methodologie ihres Rankings komplett überdenken wolle.

Als Feigenblatt gibt es weiter lediglich das Kriterium Corporate Social Responsibility, das allerdings nur zu drei Prozent in die Bewertung des FT-Rankings einfließt. Hier liegt die spanische IESE Business School auf Platz 1, gefolgt von der University of Virginia (Darden) und der Alliance Manchester Business School.

An dem Ranking nahmen in diesem Jahr 156 Schulen teil. Voraussetzzung für die Teilnahme ist eine Akkreditierung durch die AACSB oder EQUIS.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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