FT: Kombi-Ranking für europäische Business Schools

Von am 7. Dezember 2020
FT Ranking EU Business Schools HEC Paris

Die FT hat ihr neues Kombi-Ranking zu den besten europäischen Business Schools veröffentlicht. Sieger ist erneut die HEC Paris. Beste deutsche Schule ist die ESMT in Berlin auf Platz 9.

Die beste europäische Business School in dem neuen Kombi-Ranking der Financial Times (FT) ist wie im Vorjahr die HEC Paris vor der London Business School und INSEAD. Es folgen die spanische IESE Business School, die italienische SDA Bocconi School of Management, die französische ESSEC Business School und auf Platz 7 die Universität St. Gallen, die sich damit um vier Plätze gegenüber dem Vorjahr verschlechterte.

Um sechs Plätze auf Rang 8 verbessert hat sich dagegen die ESCP Europe, die auch in Berlin einen Campus hat. Es folgen die ESMT in Berlin wie im Vorjahr auf Platz 9 und das IMD auf Platz 10 (Vorjahr Platz 11).

Einen großen Sprung nach vorn machte die britische Cranfield School of Management von Platz 44 auf Platz 32. Die Wirtschaftsuniversität Wien verbesserte sich von Platz 41 auf Platz 34. Die Henley Business School büßte dagegen neun Plätze ein und landet auf Platz 38

Unter den 90 vertretenen Schulen befinden sich 20 französische, 19 britische und sechs deutsche Schulen. Als zweitbeste deutsche Schule – nach der ESMT – landet die WHU – Otto Beisheim School of Management auf Platz 19 (Vorjahr Platz 23). Die Mannheim Business School liegt auf Platz 21 (Vorjahr Platz 24). Die Frankfurt School verbessert sich um sechs Plätze auf Rang 26. Die HHL – Leipzig School of Management schneidet zwölf Plätze besser ab und erreicht Rang 45. Die Universität zu Köln liegt auf Platz 75

Unterstützen Sie MBA Journal mit einem Betrag Ihrer Wahl, wenn Sie weiter fundiert recherchierte News lesen wollen.

Bei dem Gesamtranking zählt das Abschneiden in den Ranglisten zum MBA, Executive MBA und Master in Management mit jeweils 25 Prozent. Auch das Gehalt und die Gehaltsteigerung spielen eine Rolle. Genauere Angaben dazu gibt es nicht. Bei der Executive Education entfallen je 12,5 Prozent auf offene und firmeninterne Kurse. Dazu kommen die Kriterien Frauenanteil in der Fakultät, Internationalität der Fakultät und der Anteil der Fakultät mit Doktortitel. Zudem heißt es, das Kombi-Ranking basiere auch auf Daten, die nicht in der Tabelle angegeben werden – welche das sind, verschweigt die FT.

Vorteile haben die Schulen, die in allen Rankings vertreten sind. So lag zum Beispiel die ESMT 2018 noch auf Platz 18. Damals war sie noch nicht mit ihrem Master in Management vertreten. Nun ist sie auf Platz 9 – ohne sich dabei bei den anderen Platzierungen erheblich verbessert zu haben. Dabei klaffen bei etlichen Schulen Lücken. So gab es an der Topschule INSEAD bisher keinen Master of Management. Gleiches gilt für das IMD in Lausanne und die Oxford Said Business School. Andere Business Schools – vor allem die französischen Grande Écoles – sind wiederum nur mit ihrem Master in Management vertreten. Die Universität Zürich dagegen nur mit ihrem Executive MBA.

Auch bei den beiden Kategorien der Executive Education Programmen gibt es bei einigen Schulen Lücken. Die spanische IE Business School (Platz 12) ist bei den firmeninternen Programmen nicht dabei, weil sie diese an das gemeinsame Unternehmen mit der Financial Times Headspring ausgelagert hat. Die Mannheim Business School ist dagegen nicht bei den offenen Programmen dabei, da diese dort keine große Rolle spielen. Doch an dem entsprechenden Ranking konnten nur Schulen teilnehmen, die 2019 einen Mindestumsatz von zwei Millionen Dollar bei den offenen Kursen hatten.

Die Intransparenz bei der Berücksichtigung und Analyse der Daten führt auch zu teils kaum nachvollziehbaren Ergebnissen. So punktet zum Beispiel die Universität St. Gallen, die in allen Rankings vertreten ist, vor allem mit ihrem Platz 1 im Ranking zum Master in Management und kommt damit im Kombi-Ranking auf Platz 7, obwohl sie in den anderen Rankings mit den Plätzen 18 (MBA), 26 (Executive MBA), 15 (Executive Education offene Programme) und 24 (Executive Education firmeninterne Programme) deutlich schlechter abschneidet. Auch beim Gehalt und der Gehaltssteigerung liegt die Uni nicht auf den vorderen Plätzen.

Das alles schmälert die Aussagekraft des Kombi-Rankings. Allerdings schaut kaum jemand genauer darauf, wie die Rangliste zustande kommt. Die Schulen verkünden stolz ihre Platzierung, Medien greifen das auf  und so mancher Interessent lässt sich davon blenden.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Sie müssen eingelogged sein, um dem Artikel zu kommentieren. Login