Boston University: Run auf neuen Online-MBA

Von am 29. Juli 2020
Boston University Shutterstock

Vor einem Jahr hatte die Questrom School of Business an der Boston University den Start eines neuen Online-MBA für nur 24.000 Dollar angekündigt. Im Herbst startet die Klasse mit doppelt so vielen Studenten wie erwartet mit dem iMBA.

Mit 200 Studenten hatte die Questrom School of Business an der Boston University beim Start ihres neuen Online-MBAs gerechnet. 401 Studenten sind es nun geworden und hundert Studenten wurden bereits für den nächsten Start im Januar zugelassen, schreibt das MBA-Portal Poets and Quants.

850 Bewerber gab es für den neuen MBA-Studiengang. 53 Prozent wurden zugelassen. Das Durchschnittsalter liegt bei 37 Jahren, die durchschnittliche Berufserfahrung bei zwölf Jahren.  Mehr als jeder Dritte (34 Prozent) hat bereits einen Master-Abschluss oder sogar einen Doktor.

Diese Teilnehmer suchten nach einem Programm, das sich auf die Lösung von Geschäftsproblemen fokussiert und bei dem sie von ihren Kommilitonen lernen, erklärt JP Matychak, Associate Dean for Strategic Initiatives an der Questrom School. Und wenn man dann noch für das Studium nicht nach Boston kommen und nicht viel für das Studium zahlen müsse, spreche das viele an. So lebt fast ein Drittel der aktuellen Klasse außerhalb den USA. Die meisten amerikanischen Online-MBAs haben dagegen fast ausschließlich einheimische Studenten.

Mit seinem neuen, vor einem Jahr angekündigten Online-MBA steigt Questrom spät in den boomenden Markt für Online-MBAs in den USA ein, auf dem sich bereits mehr 300 Programme tummeln und sich teils großer Nachfrage erfreuen, während immer mehr Schulen ihren Vollzeit-MBA aufgeben.

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Am schnellsten in den letzten fünf Jahren wuchs dabei das Gies College of Business an der University of Illinois, wo in diesem Herbst zwischen 3.750 und 4.000 MBA-Studenten beginnen sollen. Der Preis des iMBA liegt mit 22.000 Dollar sogar noch etwas niedriger als der an der Questrom School. Online-MBAs von anderen führenden US-Schulen kosten dagegen teils mehr als 100.000 Dollar.

An der Questrom School hat das neue Angebot bisher nicht den teueren Part-time- oder Vollzeit-MBA kannibalisiert. Lediglich acht von 800 Interessenten für den Part-time-MBA hätten sich für den Online-MBA entschieden, sagte Questrom-Dean Susan Fournier gegenüber Poets and Quants. Das bestätige die Theorie der Marktsegmentation: Unterschiedliche Programme ziehen unterschiedliche Teilnehmer an.

Auch das Vollzeit-Programm läuft gut. Gerechnet habe man mit 120 Studenten, inzwischen habe man bereits 170 und plane daher eine zusätzliche Kohorte einzuführen.

Wie alle Business Schools wurde auch Questrom durch die Corona-Pandemie vor Herausforderungen gestellt und musste den Präsenzunterricht auf Online-Lernen umstellen, was vor allem die IT-Experten enorm forderte. Dazu kam die Vorbereitung für den neuen Online-MBA mit der Erstellung eines völlig neu konzipierten Curriculums.

So umfasst der neue Online-MBA sechs 14wöchige Module über den Zeitraum von zwei Jahren. In den ersten drei Modulen geht es um die Grundlagenfächer, in den restlichen drei Modulen um die Entwicklung von neuen Geschäftsmöglichkeiten. Jedes Modul endet mit einem Capstone-Projekt, bei dem die Studenten das Gelernte anwenden müssen. In jedem Modul unterrichten drei Professoren aus unterschiedlichen Fachdisziplinen in einem integrierten Ansatz.

Im Ranking der Financial Times zu den besten Vollzeit-MBAs landete die Questrom School of Business 2020 auf Platz 67 weltweit. Im Ranking von Bloomberg Businessweek kam sie 2018 auf Platz 50 unter den besten US-Schulen.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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