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US-Schulen: Studieren mit Indern

Von am 20. Juli 2015

Die US-Schulen mit den meisten internationalen Studenten setzen vor allem auf Inder. Bis zu 80 Prozent der ausländischen Studenten kommen dort aus Indien. Das zeigen Zahlen von U.S. News.

Amerikaner lieben Zahlen und Ranglisten und sind sie auch noch so seltsam. Nun berichtet das MBA-Portal Poets&Quants über die MBA-Programme an US-Schulen mit den meisten internationalen Studenten und bezieht sich dabei auf Angaben der Schulen gegenüber U.S.News. Platz 1 belegt die University of Kentucky mit 72 Prozent internationalen Studenten, die Hälfte davon stammt aus China. Allerdings hat der Studiengang nur zwölf Studenten.

Doch damit ist Kentucky eine Ausnahme. Denn bei den 25 Schulen mit den meisten internationalen Studenten stellen die Inder bei 16 Schulen die Mehrheit. Nur bei drei Schulen werden sie von den Chinesen überholt. Bei einer sind Inder und Chinesen gleich häufig vertreten und vier Schulen machten keine Angaben.

Verwunderlich sind die Zahlen nicht. Denn in Indien gibt es zwar MBA-Angebote an jeder Straßenecke, doch nur wenige sehr gute Business Schools, deren Zulassungskriterien absurd hoch sind.

Spitzenreiter mit dem größten Anteil indischer Studenten ist die Whitman School of Management an der Syracuse University im Bundesstaat New York mit 80 Prozent Indern unter den 51 internationalen Studenten. So kann sich die Schule zwar damit rühmen, dass sie einen Anteil von internationalen Studenten von 69,9 Prozent hat, die Mehrheit davon kommt jedoch aus Indien.

Das Eli Broad College of Business an der Michigan State University hat 66 Prozent Inder unter den 59 ausländischen Studenten. Am Eller College of Management an der University of Arizona sind es 65 Prozent von 34 Studenten, an der Iowa State University 63 Prozent der 32 Studenten. Und an der Weatherhead School of Management an der Case Western Reserve University in Ohio ist es die Hälfte der 51 ausländischen Studenten.

Aber auch bei Schulen mit größeren MBA-Programmen stellen die Inder oftmals einen großen Anteil der Studenten. An der Simon Business School an der University of Rochester (New York) sind es 46 Prozent der 107 internationalen Studenten. An der Duke Fuqua School of Business sind 16 Prozent von 346 internationalen Studenten Inder (genauso viele wie Chinesen). Auch an der Haas School of Business an der University of Berkeley stehen die Inder mit elf Prozent deutlich vor den Chinesen mit nur zwei Prozent unter 191 Studenten. Und selbst am MIT stellen sie mit zehn Prozent den größten Anteil der 329 internationalen Studenten.

Fazit: Wenn sich US-Schulen mit ihrem hohen Anteil an internationalen Studenten rühmen, dann sind das häufig vor allem Studenten aus Indien. Wer daher plant, seinen MBA in den USA zu machen, sollte genau hinschauen. Sonst sitzt er unter Umständen vor allem mit Indern in einer Klasse und bearbeitet amerikanische Fallstudien und das dürfte nicht das sein, was viele von einem Studium in den USA erwarten.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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