Ranking Kritik

Von am 25. April 2014
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Die Bewertungen in den Rankings sind vor allem Zahlenspiele und als solche anfällig für Fehlinterpretationen und Manipulationen jeglicher Art. Jedes Ranking basiert auf anderen – mal mehr oder weniger fragwürdigen – Kriterien. Fast immer spielt das Gehalt bzw die Gehaltssteigerung nach dem MBA-Abschluss eine wichtige Rolle. Das gilt vor allem für die Rankings der Financial Times. Weil das Gehalt hier entsprechend der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, PPP) in US-Dollar umgerechnet wird, kommt es zu enormen Verzerrungen. So bekommt man für einen Dollar in China oder Indien nun mal mehr als in der Schweiz.

Programme in Schwellenländern schneiden daher erheblich besser ab. Zum anderen hängt die Gehaltssteigerung stark davon ab, in welcher Branche die Absolventen landen. Wer im Investmentbanking einsteigt, verdient nun mal mehr als jemand in der Medienbranche. Weiterhin ist oft nicht klar, was zum Gehalt gehört. Hier sind schon allein die nationalen Unterschiede wie Beiträge zur Krankenversicherung und zur Altersversorgung ein wahres Minenfeld. Zudem soll es Schulen geben, die ihr Programm gezielt nach den Ranking-Kriterien ausrichten und eher jüngere Studenten rekrutieren, die nach dem MBA-Studium oftmals einen größeren Gehaltssprung machen. Dazu kommt die Fragilität der Ergebnisse – vor allem beim Ranking des britischen „Economist“. Wenn eine Schule von einem Jahr zum anderen ohne erkennbare Gründe um 30 Plätze abstürzt, stellt sich natürlich die Frage, wie aussagekräftig ein Ranking ist.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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