Internationale CEIBS-Absolventen: Mehr Geld im Ausland

Von am 17. August 2018
CEIBS Schwertfeger CEIBS Campus

Die CEIBS in Shanghai gilt als eine der führenden Business Schools in China und möchte mehr internationale Studenten. Doch für die lohnt sich das Studium dort offenbar nur, wenn sie danach nicht in China bleiben.

Die CEIBS in Shanghai will global werden. Dafür hat sie vor einigen Monaten den ehemaligen INSEAD-Dean Dipak C. Jain als „European President-Designate“ angeheuert.

Schon seit Jahren bemüht sich die Schule dabei, mehr internationale MBA-Studenten zu gewinnen. Aktuell kommen 66,5 Prozent der Studenten aus „Mainland China“ und 5,5 Prozent aus Hongkong und Taiwan. Unter den 179 Studenten sind gerade mal 3,9 Prozent Europäer. Das entspricht sieben Studenten.

Auch wenn ein MBA-Studium in China für internationale Studenten interessante Einblicke und Kontakte bietet, bei einem Job in China zahlt sich das Studium nicht unbedingt aus.

Denn wer nach dem MBA-Studium in China bleibt, verdient deutlich weniger als in anderen Ländern. Das zeigen zumindest Zahlen zu den Gehältern der Absolventen, die das MBA-Portal Poets&Quants zusammengestellt hat.

So ist der Median des Gehalts der in China verbliebenen internationalen Absolventen (deren Anteil von 2016 auf 2017 von 13,6 Prozent auf 11,8 Prozent geschrumpft ist) von 63.000 Dollar auf 61.200 US-Dollar gesunken. Diejenigen, die China verlassen haben, hatten 2017 dagegen einen Mittelwert von 72.750 US-Dollar.

Für Chinesen sieht es anders aus: Wer in China bleibt, verdient mehr. So ist der Median ihres Grundgehalts von 54.000 Dollar in 2016 auf 66.750 Dollar in 2017 gestiegen. Wer das Land verließ (das waren lediglich 1,5 Prozent), musste dagegen erhebliche Einbußen hinnehmen. Lag das Gehalt 2016 noch bei 70.500 Dollar, so waren es in 2017 nur noch 28.192 Dollar (wobei die geringe Anzahl das Ergebnis möglicherweise verzerrt).

Dass es für internationale MBA-Absolventen nicht einfach ist, in China einen guten und gut bezahlten Job zu bekommen, ist nicht neu. Denn inzwischen gibt es längst genug – in China oder im Ausland – gut ausgebildete Chinesen. Sie beherrschen nicht nur die Sprache, sondern haben auch mit der kulturellen Anpassung keine Probleme.

Die China Europe International Business School (CEIBS) wurde 1994 in Shanghai als Nonprofit-Joint-Venture vom damaligen Ministry of Foreign Trade and Economic Co-operation und der European Commission/EFMD (European Foundation for Management Development) gegründet. Die Schule hat Standorte in Shanghai, Peking, Shenzhen, Accra in Ghana und Zürich. Sie bietet einen Vollzeit-MBA, einen Global Executive MBA in China und Zürich sowie einen Executive MBA auf Chinesisch an.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.