FT-Umfrage: Was Unternehmen von MBAs erwarten

Von am 4. September 2018
FT-Umfrage

Die Financial Times hat 72 Unternehmen befragt, welche Fähigkeiten sie von MBA-Absolventen erwarten. Am wichtigsten sind die Soft Skills. Widersprüche gibt es laut FT-Umfrage beim Programmieren.

Bei der Frage, was Arbeitgeber von MBA-Absolventen erwarten, dominieren laut Financial Times fünf Fähigkeiten: Die Zusammenarbeit im Team und mit verschiedenen Menschen, die Lösung komplexer Probleme, der Auf- und Ausbau von Netzwerken sowie Zeitmanagement und das Setzen von Prioritäten.

Die schwierigsten zu finden sind folgende Fähigkeiten: andere zu beeinflussen, strategisches Denken, Antrieb & Resilienz, Big-Data-Analyse und die Lösung von komplexen Problemen.

Bemerkenswert ist dabei, dass Antrieb & Resilienz sowie die Lösung komplexer Probleme nach Ansicht der MBA-Absolventen zu den Fähigkeiten gehören, in denen sie besonders kompetent sind. Ob sich die MBA-Absolventen dabei überschätzen oder die Unternehmen die beiden schwer fassbaren Fähigkeiten nicht gut genug identifizieren können, sei dahingestellt.

Am seltensten zu finden sind Big-Data-Kenntnisse. 13 Prozent der befragten Firmen gaben an, es sei unmöglich entsprechende Kandidaten zu rekrutieren. Zwar haben zahlreiche Business Schools in den letzten Jahren IT-Kurse in ihr MBA-Curriculum integriert. Dennoch gab ein Drittel der von der FT befragten Technologieunternehmen an, dass Programmierfähigkeiten am schwierigsten bei MBA-Absolventen zu finden sind – wobei die Frage ist, ob Programmierkurse überhaupt zu den Studieninhalten eines MBA-Studiums gehören sollten.

Am wenigsten wichtig sind den Unternehmen: angewandte Mikroökonomie, die Fähigkeit,Social Media zum Nutzen des Unternehmens einzusetzen, Rechnungswesen (Accounting), Programmieren (ein offenkundiger Widerspruch zu der Klage über zu wenig Programmierfähigkeiten) sowie Umweltengagement und CSR.

Dabei stellen einige Unternehmen wie KPMG den Wert einer MBA-Ausbildung generell infrage. Man erwarte, dass Bewerber Berufserfahrung haben, ein Team managen und wie eine Führungskraft mit Kunden umgehen können, erklärte Ann Purchas, Head of People bei KPMG in Großbritannien. Geeignete Kandidaten finde man dabei genauso gut direkt bei anderen Firmen wie an Business Schools.

Knapp die Hälfte der 72 befragten Unternehmen gab an, dass sie Probleme hatten, MBA-Absolventen mit den passenden Fähigkeiten zu finden. Im Jahr davor war es erst ein Drittel.

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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