Economist-Ranking: Absurde Achterbahn

Von am 27. Juni 2022
pixabay pexels

Das neueste Ranking des Economist zeigt erneut absurde Auf- und Abstiege der Business Schools. An der Spitze liegt diesmal Harvard.

Nachdem am letzten Ranking des Economist etliche US-Schulen – von Chicago, Harvard, Northwestern bis zu Stanford – die Teilnahme verweigerten, dominieren die US-Schulen die Top Ten des diesjährigen Rankings. Neun von zehn Schulen sind aus den USA.

Platz 1 erreicht diesmal die Harvard Business School, gefolgt von der Wharton School und der Kellogg School of Management an der Northwestern University. Platz 4 geht an der Columbia Business School vor dem MIT und der Fuqua School of Business an der Duke University.

Auf Platz 7 hält sich die HEC Paris als einzige europäische Schule. Im vergangenen Jahr war sie noch auf Platz 2. Ein Rang schlechter als die französische Schule ist die Stanford Graduate School of Business auf Platz 8 – was ziemlich absurd ist. Es folgen die Chicago Booth School of Business und die Ross School of Business an der University of Michigan.

Die zweitbeste europäische Schule ist die SDA Bocconi School of Management auf Platz 13, im Vorjahr war sie noch auf Platz 6. Die spanische IESE Business School, im Vorjahr auf Platz 1, stürzt auf Platz 16. Die französische EDHEC Business School kommt auf Platz 18. Im Vorjahr war sie auf Patz 7 und davor auf Platz 25.

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Die Mannheim Business School landet auf Platz 25 (Vorjahr Platz 26) und ist damit beste deutsche Schule. Die ESMT ist auf Rang 74, einen Platz vor der Indian School of Business. Im Vorjahr war sie auf Rang 46.  Die WHU – Otto Beisheim School of Management erreicht Platz 83, die HHL – Leipzig Graduate School of Management Platz 84.

Es ist offensichtlich, dass die Rückkehr der US-Schulen für größere Verwerfungen sorgte, zumal das Ranking die zweijährigen Programme auch bevorzugt. Insgesamt kommen von den hundert gerankten Programmen 53 Programme – vor allem auf den vorderen Plätzen – aus den USA, 47 aus dem Rest der Welt.

57 Programme verzeichneten zweistellige Auf- und Abstiege, was 80 Prozent der 71 Schulen betrifft, die letztes Jahr teilnahmen. Am schlimmsten erwischt es das Indian Institute of Management in Ahmedabad mit einem Absturz von 48 Plätzen auf Platz 99. Das IMD in Lausanne sinkt 32 Plätze von Rang 10 auf Rang 42 und damit liegt eine der führenden Schulen in Europa hinter dem Smeal College of Business an Pennsylvania State University.

Glücklich dürfen sich die Schulen schätzen, die ihre Teilnahme verweigerten: INSEAD, London Business School, Cambridge Judge, Oxford Said und die spanische IE Business School. Die Liste der Schulen, die nicht wählbar waren oder nicht mitgenacht haben (so kann man die Nicht-Teilnahme auch verschleiern) ist viel länger: Asian Institute of Management, University of Alabama, American University, University of Bath, University of Calgary, University of Cape Town, Curtin University, ESCP Business School, Henley Business School, Universidad Austral, Imperial College Business School, Pan-Atlantic University, University of Manchester, University of Miami, Newcastle University Business School, Portland State University, Prague University of Economics and Business, Purdue University, Erasmus University, University of South Carolina, Seoul National University, Temple University, University of British Columbia, Hong Kong University of Science and Technology, University of Melbourne, University of Western Australia und University of Wollongong.

Bei dem Ranking werden folgende Kriterien berücksichtigt: 35 Prozent macht die Öffnung neuer Karrieremöglichkeiten aus, ebenfalls 35 Prozent entfallen auf die persönliche Entwicklung und die Bildungserfahrung (Qualität der Professoren, GMAT-Wert und Diversität der Klasse). Mit 20 Prozent wird der Gehaltsanstieg bewertet und zehn Prozent entfallen auf das Netzwerk-Potential.

Das letzte Ranking von 2019 ist nicht mehr auffindbar, wohl auch um Vergleiche zu verhindern. Das Economist-Ranking ist schon immer berüchtigt für seine gravierenden Auf- und Abstiege, die erhebliche Zweifel an der Methodologie aufkommen lassen. Man fragt sich, wann der Economist endlich damit aufhört.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.