Stern School: Protest gegen höhere Studiengebühren

Von am 3. August 2020
Stern School von außen Stern School Stern School of Business

Die Stern School of Business in New York erhöht ihre Studiengebühren für das MBA-Studium trotz Corona-Krise und erntet massiven Protest.

76.780 Dollar statt 74.184 Dollar pro Jahr müssen die MBA-Studenten künftig für ihr zweijähriges Studium an der Stern School of Business an der New York University zahlen und das obwohl das Studium wegen der Corona-Pandemie fast ausschließlich online stattfindet. Zudem sind viele der MBA-Studenten derzeit in ihrem Heimatland und können aufgrund des Einreisestopps nicht zurück in die USA.

Schon seit Monaten fordern Studenten von führenden US-Schulen eine Reduzierung der Studiengebühren – bisher ohne Erfolg. Die Business Schools schalten bisher weitgehend auf stur. Doch nun legt die Stern School noch eins drauf und erhöht sogar die Studiengebühren wie das MBA-Portal Poets & Quants berichtet.

Dabei bekommen die Studenten nur einen Bruchteil dessen, für was sie bezahlt haben. Denn ein MBA-Studium ist eben weit mehr als ein paar virtuelle Vorlesungen via ZOOM. Es lebt vor allem vom intensiven persönlichen Austausch mit Professoren und Kommilitonen, von gemeinsamen Projekten, Studientrips ins Ausland, Vorträgen von Topmanagern und Firmenpräsentationen auf dem Campus.

Viele internationale Studenten, die derzeit kein Visum für die USA bekommen, sind zudem enttäuscht, dass ihnen die Business Schools keine Verschiebung des Studiums ermöglichen und sie vor die Wahl stellen entweder online zu studieren oder ihren mühsam ergatterten Studienplatz aufzugeben. Und selbst einige Schulen wie die Wharton School, die bereits angekündigt hatten, im Herbst mit einem hybriden Format mit einigen Präsenzphasen zu starten, sind inzwischen aufgrund der steigendenden Infektionen wieder komplett auf Online-Unterricht umgeschwenkt – ohne dafür die Studiengebühren zu reduzieren.

Unterstützen Sie MBA Journal mit einem Betrag Ihrer Wahl, wenn Sie weiter fundiert recherchierte News lesen wollen.

Die Schulen argumentieren zwar vermutlich sogar zurecht, dass die Pandemie ihre Kosten sogar erhöht hätte, dennoch setzen damit ein fatales Zeichen. Das gilt vor allem für die Stern School, die ihre Studiengebühren erst im vergangenen Jahr ebenfalls um 3,5 Prozent erhöht hatte.

Doch nicht nur der Online-Unterricht macht den Studenten zu schaffen. Dazu kommt, dass die gut bezahlten Praktika zwischen den beiden Studienjahren zum großen Teil wegfallen und auch die Jobaussichten für die Absolventen, die im Frühjahr 2021 ihr Studium beenden, dürften alles andere als rosig sein.

Die Stern-Studenten fordern daher, die Studiengebühren zumindest auf dem letzten Stand einzufrieren und zudem über eine geringe Reduzierung von fünf bis zehn Prozent nachzudenken.

Mit der Erhöhung der Studiengebühren verstoße die Stern School nicht nur gegen die Interessen der Studenten, sie riskiere auch einen Reputationsschaden, den Verlust potentieller Studenten und den Verlust von Spenden künftiger Alumni.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Sie müssen eingelogged sein, um dem Artikel zu kommentieren. Login

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

// //