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MBA-Studium: Bessere Chancen als Geisteswissenschaftler?

Von am 26. August 2016
Stanford

Dass Geisteswissenschaftler sich für ein MBA-Studium entscheiden, ist in Deutschland noch immer die Ausnahme. Dabei haben sie oftmals sogar bessere Chancen, einen Studienplatz zu ergattern. Denn die Business Schools wollen Diversität im Klassenzimmer.

Erst vor kurzem bezeichnete Manager Magazin ein Betriebswirtschaftstudium mit MBA als die „vermeintlich klassische Karrierekombination“. Dabei ist es das gerade nicht. Denn der MBA richtet sich vor allem an Teilnehmer, die keinen ersten Studienabschluss in Wirtschaft haben und komprimiert und praxisnah Wirtschaftkenntnisse und Managementwissen erwerben möchten.

Neben der Vermittlung von Fachwissen, spielt dabei auch das Lernen voneinander und der Austausch mit Studenten aus verschiedenen Ländern, Branchen und mit unterschiedlichem akademischen Hintergrund eine wichtige Rolle. Die Schulen suchen daher Diversität im Klassenzimmer und so kann es sein, dass ein Bachelor in Geisteswissenschaften sogar die Chancen auf die Zulassung zu einem MBA an einer Topschule erhöht, wie Ryan Hickey auf der Website Topmba.com schreibt.

Zumindest in den USA ist der Bachelor in Wirtschaft an einigen Topschulen längst nicht mehr Standard. An der Harvard Business School haben fast 60 Prozent keinen Bachelor in Wirtschaft, in Stanford sind es sogar 86 Prozent. Dort hat fast jeder Zweite (48 Prozent) einen Bachelor-Abschluss in Geistes- oder Sozialwissenschaften. Sogar an der eher finanzlastigen Wharton School sind es 45 Prozent. Am MIT haben dagegen 31 Prozent einen Ingenieur-Bachelor.

In Europa sieht es anders aus. Am INSEAD haben 45 Prozent einen Abschluss in Business Administration/Economics, 29 Prozent sind Ingenieure und nur sechs Prozent Geisteswissenschaftler. An der Cambridge Judge Business School haben 42 Prozent einen akademischen Hintergrund in Business/Accounting/Finance, aber immerhin auch 18 Prozent in Social & Political Sciences/Language.

Auch in Deutschland findet man bisher erst wenige Geistes- oder Sozialwissenschaftler unter den MBA-Studenten. An der Mannheim Business School sind es im Vollzeit-MBA gerade mal zehn Prozent. 33 Prozent haben einen Wirtschaftabschluss. Die größte Gruppe stellen allerdings mit 39 Prozent die Ingenieure. An der ESMT in Berlin haben dagegen die Studenten mit Wirtschaftstudium (Business/Management/Economics) mit 38 Prozent den größten Anteil, gefolgt von den Ingenieuren mit 23 Prozent. Zehn Prozent haben ein Erststudium in Geistes- oder Sozialwissenschaften.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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