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Goethe Business School: Run auf den Digital-MBA

Von am 20. Oktober 2017
Gebäude Goethe Business School GBS Goethe Business School

An der Goethe Business School ist die erste Klasse des neuen „Master in Digital Transformation Management“ mit 35 Teilnehmern gestartet. Bei mehr als jedem Zweiten zahlt der Arbeitgeber die Studiengebühren.

Es habe einen wahren Run auf das Programm gegeben, freut sich Professor Roland Holten, akademischer Direktor des neuen „Master in Digital Transformation Management“ (MBA) an der Goethe Business School (GBS) in Frankfurt. Da habe man offenbar einen Trend erkannt.

Initiiert wurde der neue Studiengang vom House of IT, einem von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam getragenen Zentrum zur Förderung innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien, in Kooperation mit der Goethe Business School sowie den Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Kassel.

Doch ist gleich ein spezialisierter MBA notwendig, um sich mit dem Thema der digitalen Transformation zu beschäftigen? Es habe schon intensive Diskussionsprozesse gegeben, gesteht Professor Holten. Aber letztlich brauche man einen MBA in diesem Bereich, um „Manager für das C-Level aufzubauen“. „Das ist mit Sicherheit ein waschechter MBA und nicht nur ein verkaufsträchtiges Label“, betont der Wirtschaftsinformatiker.

Die 35 Teilnehmer des berufsbegleitenden Studiengangs arbeiten unter anderem bei Opel, der Deutschen Bank, DB Netz, Lufthansa, der Telekom und der Europäischen Zentralbank. Aber auch Teilnehmer einer Anwaltskanzlei und Bettenmanufaktur sind dabei. Das Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren, wobei die Spanne von 23 bis 51 Jahren reicht. Die durchschnittliche Berufserfahrung beträgt sieben Jahre, der Frauenanteil 29 Prozent. 26 der 35 Teilnehmer kommen aus Deutschland, der Rest unter anderem aus Großbritannien, Russland und Israel.

Besonders erstaunlich: Bei 52 Prozent der Teilnehmer übernimmt der Arbeitgeber die Kosten (Studiengebühren 35.000 Euro). Während die finanzielle Unterstützung durch die Unternehmen beim Executive MBA generell stark zurückgeht und oft bei weniger als 20 Prozent liegt, sitzt das Geld beim Schlagwort „Digitale Transformation“ offenbar locker.

Das Studium dauert drei Semester. Im ersten Semester stehen die klassischen BWL-Grundlagenfächer wie Accounting, Finance und Strategie im Lehrplan. „Die ändern sich nicht, nur weil es Digitalisierung gibt“, so Professor Holten. Im zweiten Semester gibt es die Concentration Kurse, stets mit dem Wort „digital“ geschmückt wie „Digital Marketing“ und „Digital Leadership“. Das sei natürlich auch der Produktplatzierung geschuldet, so der akademische Direktor.

Im dritten Semester stehen sieben Wahlkurse zur Wahl. Dazu gehören unter anderem „Digital Success Stories & Disruptive Technologies“, „Smart Industry & Digital Trends“ oder „Digitalization in Finance“. Das breite Spektrum sei notwendig, weil die Teilnehmer aus verschiedenen Branche kommen, so der Professor. „Ein Banker interessiert sich nun mal nicht so für Roboter.“

Der „MBA in Digital Transformation Management“ ist nach dem maßgeblich von der Pharmaindustrie konzipierten Pharma-MBA das zweite spezialisierte MBA, den die Goethe Business School als wirtschaftswissenschaftliche Fakultät zusammen mit einem anderen Fachbereich anbietet. Offiziell hat der 2016 erstmals gestartete Studiengang die seltsame Bezeichnung „Master of Pharma Business Administration“.

Die Goethe Business School, also der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, war 2005 eine der ersten deutschen Institutionen, die von der AACSB akkreditiert wurde. Damals gab es einen Executive MBA mit der renommierten Fuqua School of Business an der Duke University und einen durchaus innovativen Vollzeit-MBA. Dann kam es zu Unstimmigkeiten innerhalb der Fakultät. 2011 wurde der Executive MBA eingestellt. 2013 folgte der Vollzeit-MBA.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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