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Wharton: Mit MOOCs neue Studenten gewinnen

By on 16. Februar 2015
Wharton School

Die Wharton School nützt ihre Online-Kurse, um damit Bewerber für ihr MBA-Studium zu rekrutieren. Dafür bündelt sie die vier MBA-Grundkurse mit einem Projekt, bei dem die Teilnehmer ein Strategie-Problem lösen müssen. Die 50 Besten bekommen die Bewerbungsgebühr erlassen. Zudem gibt es bis zu fünf Stipendien über 20.000 Dollar.

Bereits 2013 stellte die Wharton School, die zu den besten US-Schulen gehört, vier Kurse in Financial Accounting, Marketing, Corporate Finance aus dem ersten Jahr ihres MBA-Studiums kostenlos online. Damit war sie die erste Business School, die ihre MOOCs (Massive Open Online Courses) in dieser Kombination anbot. Bisher gibt es vor allem einzelne MOOCs zu bestimmten Themen. Inzwischen sollen mehr als 50.000 Teilnehmer die Wharton-Kurse abgeschlossen haben.

Alle vier Online-Kurse laufen auf der Plattform Coursea, dauern sechs bis zehn Wochen und umfassen eine Kombination von aufgezeichneten Vorlesungen und Diskussionsmöglichkeiten. Dabei ist man in Wharton davon überzeugt, dass sich die MOOCs positiv auf die Marke Wharton auswirken und der Schule eine verstärkte globale Identität geben.

Nun geht die Schule einen Schritt weiter und nützt die MOOCs, um neue MBA-Studenten zu gewinnen. „Ein wesentlicher Punkt für uns ist die Möglichkeit, auf diese Weise Talente zu identifizieren, die sonst nicht an die Ausbildung an einer Business School gedacht haben”, sagt Dean Geoff Garrett.

Dazu bündelt die Business School die vier Kurse mit einem so genannten Capstone-Projekt, bei dem die Teilnehmer das Gelernte anwenden und reale Strategie-Probleme lösen müssen, zur sogenannten „Wharton Business Foundations Specialization“. Dafür haben Wharton und Coursera Vereinbarungen mit bisher zwei Unternehmen abgeschlossen. Dazu gehören Shazam, eine Firma für mobile Musik-Apps, und Snapdeal, der größte E-Commerce-Marktplatz in Indien. Mit der neuen „Specialization“, bei der sich die Teilnehmer gegenseitig bewerten (peer-to-peer assessment), experimentiert Wharton mit neuen Ansätzen im E-Learning.

Die 50 besten Teilnehmer, die sich für ein MBA-Studium in Wharton bewerben, bekommen die Bewerbungsgebühr (265 Dollar) erlassen. Dafür müssen sie allerdings vorher tiefer in die Tasche greifen. Denn die Kosten für die vier Kurse, das Capstone-Projekt und das Zertifikat betragen 595 Dollar. Das erfolgreiche Absolvieren der „Spezialization“ garantiert jedoch keine Zulassung zum MBA-Studium. Die Bewerber müssen denselben harten Auswahlprozess wie alle anderen durchlaufen.

Zudem gibt es bis zu fünf Stipendien über 20.000 Dollar für MBA-Studenten, die die Kurse mit einem besonders guten Ergebnis abgeschlossen haben – vorausgesetzt sie werden zum MBA-Studium zugelassen.

Die sogenannte „Wharton Business Foundations Specialization“ beginnt am 6.April mit einer Einführung ins Marketing. Alle Kurse müssen über die Plattform Coursea/Coursera Verified Certificate belegt werden. Mehr Informationen findet man unter: http://online.wharton.upenn.edu.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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