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MBA-Absolventen: Drehtür Consulting

By on 30. Dezember 2015

Consulting ist eine der beliebtesten Branchen bei MBA-Absolventen. Für viele ist das jedoch nur eine kurze Durchgangsstation. Langfristig bleiben nicht einmal 40 Prozent in der Beratung. Das sind deutlich weniger als in anderen Branchen.

Consulting gehört neben dem Finanz- und Technologiebereich zu den beliebtesten Branchen für MBA-Absolventen – allerdings nur für ein paar Jahre. Das zeigen Daten von mehr als 12.000 Alumni, die das US-Magazin Businessweek ausgewertet hat. Danach arbeiten sechs bis acht Jahre nach dem Abschluss nur noch 37 Prozent der MBAs in der Beratung.

Das ist der geringste Anteil im Vergleich zu anderen Branchen. Im Finanzbereich sind es 73 Prozent, in der Technologiebranche 72 Prozent. Am niedrigsten ist die Wechselquote in der rechtlichen Beratung, gefolgt von der Chemie- und Konsumgüterbranche und dem Nonprofit-Bereich, wo weniger als 45 Prozent nach sechs bis acht Jahren in einer anderen Branche arbeiten.

Unternehmensberatungen wüssten, dass die Talente so hart arbeiten, dass sie früher oder später wieder gehen, zitiert das US-Magazin Tony Carnevale, Direktor des Center on Education & the Workforce an der Georgetown University. „Wir haben heute keine Welt mehr, wo sich der Arbeitgeber um einen Mitarbeiter kümmert. Heute ist jeder sein eigener Herr.“

Die Tatsache, dass MBAs die Beratung als kurzen Stopp in ihrer Karriere nützen, entspricht auch dem Karrieresystem vieler Beratungen, wo das Prinzip „up or out“ gilt. Entweder man steigt zum Partner auf oder man ist draußen. Wichtig für die Consulting-Firmen ist vor allem der enge Kontakt zu ihren ehemaligen Mitarbeitern, die nicht selten zu künftigen Auftraggebern werden.

Von den MBAs, die die Beratung verlassen haben, gingen 13 Prozent in die Technologiebranche, zehn Prozent in den Finanz- und fünf Prozent in den Gesundheitsbereich.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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