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Indien: Weniger Interesse am MBA

By on 29. August 2012

Die Zahl der Inder, die den Common Admission Test (CAT) ablegen, ist deutlich gesunken. Nur noch 200.000 wollen sich in diesem Jahr dem Zulassungstest unterziehen, der als  härter als der GMAT gilt und Voraussetzung für einen Studienplatz an den Topschulen des Landes ist. 2008 waren es noch 276.000. Den Grund dafür sehen Experten in der Verschlechterung der Wirtschaftslage.

Für viele Inder ist die Entscheidung offenbar klar: Lieber jetzt einen Job antreten als ein teures Managementstudium mit unsicheren Karrierechancen absolvieren. Nach den Boomjahren hat sich die Wirtschaft Indiens deutlich abgekühlt. Statt einem Wirtschaftswachstum von acht bis neun Prozent rechnet man dieses Jahr nur noch mit 5,5 bis 6,5 Prozent.

Die Nachfrage nach einem MBA-Studium war in den letzten Jahren enorm. Bis zu 200 Bewerber gab es für einen Studienplatz an den angesehenen Indian Institutes of Management (IIM), deren Zahl in den letzten Jahren von sieben auf 13 erhöht wurde. Die staatlichen und unabhängigen IIMs gelten als die besten Managementschulen Indiens. Sie sind jedoch keine Universitäten und vergeben daher auch keinen MBA, sondern ein Post Graduate Diploma in Management (PGDM), das als Äquivalent zum MBA gilt.

Zwischen 2006 und 2011 stieg die Zahl der MBA-Absolventen in Indien um 300 Prozent und inzwischen gibt es mindestens 4.000 Business Schools mit rund 500.000 Studenten. Einige stehen jedoch bereits wieder vor der Schließung, weil sie zu wenige Studenten haben.

Laut einem Bericht des Mint Newspaper haben alle Topschulen inzwischen weniger Bewerber.  Während etwa an der XLRI School of Business in Jamshedpur 2009 noch 102.329 Bewerber den schuleigenen Xavier Aptitude Test absolvierten, waren es 2011 nur noch 60.316.

Auch beim GMAT (Graduate Management Admission Test), der bei über 5000 Business Schools weltweit als Zulassungstest gefordert wird, ist die Zahl der indischen Teilnehmer rückläufig. Waren es 2009 noch 30.633, so legten 2011 nur noch 25.394 Inder den Test ab. Rückgänge mussten dabei vor allem die US-Schulen einstecken. Bewarben sich 2007 noch 67,3 Prozent aller indischen GMAT-Teilnehmer bei einer US-Schule, waren es 2011 nur noch 54,7 Prozent. Gleichzeitig stieg das Interesse an Schulen in Asien, vor allem in Indien, Singapur und Hongkong.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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