AACSB: Mehr Interesse in Deutschland

AACSB: Mehr Interesse in Deutschland

By on 4. November 2015
© Schwertfeger

In Deutschland wächst das Interesse an einer internationalen AACSB-Akkreditierung. Auf einer Konferenz in Frankfurt informierten sich Vertreter von 16 deutschen Hochschulen über die neuesten Trends und die Möglichkeit der Akkreditierung.

Ende Oktober trafen sich 230 Teilnehmer aus 30 Ländern an der Frankfurt School of Finance & Management zur „Europe, Middle East and Africa Annual Conference“ der amerikanischen Akkreditierungsorganisation AACSB. Auch 16 deutsche Hochschulen waren vertreten, darunter sieben, die bereits eine AACSB-Akkreditierung haben. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Vertreter der Universität Hohenheim, der Universität Duisburg-Essen, der Hochschule Bremen und der Technischen Hochschule Nürnberg.

„Wir merken einfach, dass es immer schwieriger wird, ohne internationale Akkreditierung mit internationalen Partnerschulen zusammenzuarbeiten“, erklärte der Dekan einer Universität. Denn das Gütesiegel gelte als wichtiger Qualitätsnachweis.

Seit einem Jahr ist die AACSB mit einem Büro in Amsterdam auch in Europa vertreten und will ihre Aktivitäten ausbauen. „Wir sehen hier noch viel Potenzial“, sagt Timothy S.Mescon, Chief Officer Europe, the Middle East and Africa bei der AACSB. So gebe es allein in Russland rund 600 Business Schools. Lediglich fünf seien AACSB-Mitglieder, akkreditiert sei noch keine einzige Schule.

Auch in Deutschland gibt es noch Potenzial. Laut Schätzungen der AACSB bieten hier 217 Hochschulen Wirtschaftsabschlüsse an. 21 davon sind bereits Mitglied bei der AACSB, neun sind akkreditiert und drei Hochschulen befinden sich derzeit im Akkreditierungsprozess. Damit sind derzeit gerade mal 4,1 Prozent der Schulen akkreditiert. In Frankreich liegt der Prozentsatz dagegen mit 23 akkreditierten Schulen bei 12,9 Prozent. Am höchsten ist er in den USA mit 31,7 Prozent und 514 Schulen.

Grund für die Akkreditierung sei es vor allem, die eigene Institution zu verbessern, sagt Daniel R. LeClair, Executive Vice President der AACSB. Durch den Prozess müssten sich die Professoren zusammensetzen, an einer gemeinsamen Mission und Strategie arbeiten und ihren Fokus festlegen. Denn die AACSB-Akkreditierung ist stark an der Mission oder dem Ziel der Schule orientiert und prüft, inwieweit eine Schule ihre Mission erfüllt.

Ziel der AACSB sei es aber auch, die Schulen zusammenzubringen, um voneinander zu lernen und eine Plattform für Innovationen zu schaffen. Auch die AACSB selbst verfolgt dabei derzeit eine neue Vision. „Wir wollen unsere Qualitätsstandards aufrechterhalten, aber gleichzeitig möglichen Innovationen nicht im Wege stehen“, sagt LeClair. Das sei keine einfache Aufgabe. Diskutiert wird dabei auch, inwieweit die Fokussierung vieler Professoren auf Veröffentlichungen in führenden Journalen verändert werden kann, um die Relevanz der Forschung für den Unternehmensalltag zu fördern.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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