Zulassungstest GMAT: Master statt MBA

Von am 10. August 2020
GMAT shutterstock

Der GMAT gilt als der wichtigste Zulassungstest für MBA-Studiengänge weltweit. In Deutschland ist das anders. Hier werden mehr als 80 Prozent der Tests für eine Bewerbung beim Master-Studium genutzt. Neue Zahlen zeigen, wie stark die weltweite Nachfrage nach einem MBA-Studium regional geprägt ist und die zunehmende Konkurrenz durch Master-Studiengänge.

3.728 Mal wurde der Graduate Management Admission Test (GMAT) 2019 in Deutschland absolviert. Der Test gilt als der wichtigste Zulassungstest für MBA-Programme weltweit. In Deutschland dient er jedoch vor allem für die Bewerbung für ein Master-Studium in Wirtschaft, das im Gegensatz zum MBA in der Regel keine Berufserfahrung voraussetzt.

Das zeigen neue Zahlen von 2019 des Graduate Management Admission Council (GMAC), das den GMAT verwaltet. Danach dienten 80,5 Prozent der Testergebnisse, die in der Regel an mehrere Schulen geschickt werden, der Bewerbung für einen Wirtschaftsmaster. Dementsprechend liegt der Mittelwert ihres Alters mit 23 Jahren recht niedrig. Lediglich 18,1 Prozent streben damit ein MBA-Studium an. Der Mittelwert für ihr Alter liegt bei 26,0 Jahren.

Der GMAT wurden in den USA entwickelt. Er misst verbale und mathematisch/logische Fähigkeiten und wird nur auf Englisch und computerunterstützt durchgeführt. Die Ergebnisse können zwischen 200 und 800 Punkten liegen. Üblich sind Ergebnisse zwischen 400 und 600 Punkten. An Topschulen wie der Stanford Graduate School of Business liegt der durchschnittliche Wert bei über 700 Punkten.

Dabei gibt es beim Einsatz des GMAT erhebliche regionale Unterschiede. In den USA, wo der GMAT entwickelt wurde, nutzten 79,0 Prozent den GMAT, um sich für ein MBA-Studium zu bewerben. In Zentral- und Südasien waren es sogar 80,2 Prozent, in Ostasien und Südostasien dagegen nur 28,4 Prozent. Die Mehrheit bewirbt sich damit für ein Master-Studium. Das gilt auch für Westeuropa, wo nur ein Drittel (33,5 Prozent) den GMAT für die Bewerbung bei einem MBA-Studium ensetzte.

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Aber auch innerhalb von Westeuropa gab es erhebliche Unterschiede. So bewarben sich in Großbritannien 76,6 Prozent mit dem GMAT für ein MBA-Studium. In Spanien waren es 72,6 Prozent, in der Schweiz 43,5 Prozent, in Frankreich 33,8 Prozent, in Italien 28,4 Prozent und in Österreich 26,1 Prozent. Deutschland gehört mit 18,1 Prozent neben Finnland zu den Schlusslichtern. Allerdings fordern auch nur die wenigsten deutschen MBA-Anbieter – zu denen mehrheitlich Fachhochschulen gehören – den GMAT von MBA-Bewerbern. Das gilt vor allem für die in Deutschland dominierenden Part-time MBA-Programme.

Was das Volumen angeht, lag die Zahl der weltweit absolvierten Tests im Jahr 2019 bei 225.621 Tests. Die meisten davon wurden in Ostasien und Südostasien mit 85.829 Tests abgelegt. Allein in China waren es 70.473. An zweiter Stelle lagen die USA mit 63.945 Tests. In Zentral- und Südasien waren es 32.851 Tests, wobei es allein in Indien 30.590 Tests gab. Westeuropa kam dagegen nur auf 17.354 Tests, Osteuropa auf 3.675 Tests. In Deutschland allein waren es 3.728.

Die Zahlen zeigen deutlich, wie stark die Nachfrage nach einem MBA-Abschluss regional geprägt ist und wie stark ein Master in Wirtschaft dem MBA inzwischen Konkurrenz macht.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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