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Yale schult virtuelle Teamarbeit

Von am 8. Januar 2016

An der Yale School of Management gibt es ab Januar erstmals einen Kurs dazu, wie man effektiv in virtuellen globalen Teams zusammenarbeitet.

Teamarbeit gehört seit langem zu den Fähigkeiten, die MBA-Studenten während ihres Studiums lernen. Schließlich kommen die Studenten oftmals aus unterschiedlichen Ländern, haben einen unterschiedlichem fachlichen Hintergrund und unterschiedliche Berufserfahrungen. Wenn dann ein deutscher Ingenieur mit einem amerikanischen Juristen, einer Biologin aus Brasilien und einem Physiker aus Frankreich unter Zeitdruck eine Fallstudie bearbeiten muss, knirscht es oftmals im Team.

Noch schwieriger ist es, wenn globale Teams über verschiedene Zeitzonen virtuell zusammenarbeiten müssen und die Teammitglieder sich manchmal sogar noch nie getroffen haben. Das haben auch die MBA-Studenten in Yale bei ihren Sommerpraktika erlebt.

Daher gibt es nun einen neuen Pflichtkurs „Global Virtual Teams“, in dem die Studenten lernen sollen, was globale Teams effektiv macht, und die entsprechenden Fähigkeiten dafür entwickeln, wie sie erfolgreich mit Kollegen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Regionen zusammenarbeiten.

Nach einem dreitägigen Kurs, in dem auch die Erkenntnisse aus der Forschung vermittelt werden, müssen sie ihr neues Wissen dann gleich anwenden. Dazu bearbeiten sie mit Studenten von zwei Schulen aus dem von Yale initiierten Global Network for Advanced Management ein virtuelles Teamprojekt im Kurs „Operations Engine“. Realisieren lässt sich das Projekt, weil die beiden Schulen – EGADE in Mexiko und die HEC Paris – zur selben Zeit dieselbe Simulation in dem Operations-Kurs nutzen.

In der einwöchigen Management-Simulation müssen die Studenten auch asynchron arbeiten, um den 24-Stunden-Prozess effektiv zu managen. Danach müssen ihre Erfahrungen schriftlich reflektieren.

Man hoffe, dass die Studenten dabei die Fähigkeiten entwickeln, die sie im realem Job benötigen, um schon vom ersten Arbeitstag an effektiv in globalen Teams arbeiten zu können, erklärte Professor Olav Sorenson, der als Direktor zuständig für das MBA-Curriculum ist, gegenüber dem MBA-Portal Poets&Quants.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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