USA: Weniger Jobs für internationale Absolventen

Von am 23. April 2018
Fotolia picture.jacker

Eine neue Umfrage bei US-Schulen zeigt, dass US-Unternehmen weniger internationale Absolventen rekrutieren.

Donald Trump`s Leitspruch „America first“ gilt offenbar auch für immer mehr US-Unternehmen. Das zeigt eine Umfrage der MBA Career Services & Employer Alliance (MBACSEA) bei 94 MBA-Programmen, 77 Prozent davon aus den USA. Durchgeführt wurde die Befragung im Januar und Februar 2018.

Während das Einstellungsniveau von Absolventen insgesamt stark bleibt, sinkt die Rekrutierung von internationalen Absolventen bereits im zweiten Jahr, berichtet das MBA-Portal Poets & Quants.

So meldeten mehr als 68 Prozent der Schulen eine Abnahme der Jobmöglichkeiten für internationale Studenten, das bedeutet eine Steigerung von mehr als 50 Prozent gegenüber 2016. Den größten Rückgang bei den Jobs gab es dabei in der Konsumgüter-Industrie (Consumer Packaged Goods). Hier meldeten 50,7 Prozent der Schulen weniger Jobangebote. In den anderen Branchen schwankt der Rückgang zwischen 30 und 35 Prozent. Nur im Technologie-Bereich gaben 42,9 Prozent mehr Jobmöglichkeiten an.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den mehrwöchigen Praktika, die nach dem ersten Studienjahr in den USA üblich sind. Hier meldeten 54,9 Prozent der MBA-Programme einen Rückgang der Angebote und 33,8 Prozent keine Veränderung.

Grund dafür seien die Befürchtungen der Arbeitgeber angesichts des politischen Klimas in den USA umsonst viel Zeit und Geld in die Rekrutierung von internationalen Studenten zu investieren, so MBACSEA.

Bereits im letzten Jahr zeigte eine Studie des Graduate Management Admission Council (GMAC), dass die Zahl der internationalen Bewerber an US-Schulen erheblich abgenommen hat. So vermeldeten nur 32 Prozent der US-Schulen quer durch alle Programm-Typen mehr internationale Bewerber. 2016 waren es noch 49 Prozent.

Nun wirkt sich der Trump-Effekt offenbar auch auf die US-Unternehmen aus – mit fatalen Folgen. Denn mit weniger Jobangeboten wird die Zahl der internationalen MBA-Studenten vermutlich noch mehr sinken.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.