University of Illinois stellt MBA-Programme ein

Von am 27. Mai 2019
iMBA Screenshot iMBA

Das Gies College of Business an der University of Illinois in Urbana-Champaign stellt sein Vollzeit- und sein Part-time MBA-Programm ein. Künftig gibt es nur noch das wesentlich günstigere Online-Studium iMBA.

“Unser iMBA ist das innovativste und meist geschätzte MBA-Programm in der Welt“, behauptet Jeffrey Brown, Dean des Gies College of Business. Es habe das derzeit richtige Format und biete eine intensive Lernerfahrung zu jeder Zeit und von jedem Ort und das zu einem günstigen Preis. Denn während der Vollzeit-MBA für Studenten, die nicht im Bundesstaat Illinois leben, bisher 83.500 Dollar kostete, sind es beim iMBA nur 22.000 Dollar.

Die Zahl der Bewerber habe sich von 1.100 im Startjahr 2016 auf 3.200 erwartete Studenten in diesem Jahr fast verdreifacht, heißt es in der Pressemeldung. Rund 21 Prozent sind derzeit internationale Studenten. Sie kommen aus 56 Ländern. Zu den Voraussetzungen für den iMBA gehören ein erster Studienabschluss, ein Essay und drei Referenzen sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung. Der GMAT ist nicht zwingend notwendig.

Das Programm ist ein reines Online-Programm ohne Präsenzphasen. Allerdings bietet die Schule seit dem erfolgreichen Pilotprojekt in Brasilien im vergangenen Jahr eine „Global Immersion Option“ an, eine zehntägige Action-Learning-Erfahrung, bei der die Studenten zehn Tage in Teams Fragestellungen aus der realen Welt bearbeiten. Dieses Jahr geht es nach Deutschland.

Während die Nachfrage beim iMBA steigt, ist sie beim Vollzeit- und beim Part-time MBA dramatisch gesunken. In diesem Jahr hatten sich lediglich 290 für den Vollzeit-MBA beworben, zugelassen wurden 79. Das sind rund 25 Prozent weniger als 2016. In den 1990er Jahren waren noch mehr als 600 Studenten eingeschrieben, berichtet das MBA-Portal Poets & Quants. Beim Part-time MBA gab es im Frühjahr sogar nur 38 Bewerbungen. Zugelassen wurden 22 Studenten.

Dabei gehört die Business School in den USA zu den gut gerankten MBA-Anbietern. Im aktuellen Ranking von U.S. News liegt sie beim MBA auf Platz 47, beim Part-time MBA auf Platz 65. “Unser Vollzeit- und Part-time MBA sind exzellent genauso wie die Studenten und Alumni dieser Programme“, erklärt Dean Brown. Dennoch sinke die Nachfrage nach den traditionellen Formaten in den USA. Grund sei einmal die starke Wirtschaft, in der nur wenige ihren Job für ein Studium aufgeben wollen. Zu schaffen macht den US-Schulen aber auch der Rückgang bei den internationalen Studenten, die die USA zunehmend meiden. Dabei kamen allein rund 20 Prozent der Einnahmen der Business School aus den Studiengebühren chinesischer Studenten.

Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz durch die spezialisierten Master-Programme. Auf die will sich die Schule künftig neben dem iMBA fokussieren.

Die University of Illinois ist nicht die erste US-Schule, die ihr Vollzeit-MBA-Programm einstellt. Bereits 2017 verkündete das Tippie College of Business an der University of Iowa das Ende des Präsenzstudiums. Auch die University of Wisconsin wollte ihren Vollzeit-MBA bereits 2017 einstellen, bietet ihn jedoch aufgrund massiver Proteste der Studenten und Alumni weiter an.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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