Umfrage: Master statt MBA

Von am 16. April 2018
Master HEC Paris Master-Studenten HEC Paris

Studieninteressenten bevorzugen immer häufiger einen Master in Wirtschaft gegenüber einem MBA. Das behauptet zumindest die Umfrage Tomorrow’s Masters Study.

Bei der von der Beratung CarringtonCrisp in Kooperation mit der EFMD durchgeführten Studie wurden mehr als 1.000 Master-Interessenten aus 102 Ländern zu ihren Studienplänen befragt. Die meisten der Befragten waren aus China. Insgesamt kamen 63 Prozent aus acht Ländern und zwar aus China, Kanada, Frankreich, Indien, Nigeria, Pakistan, Großbritannien und den USA.

71 Prozent der Befragten waren jünger als 25 Jahre. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) hat bereits eine Zulassung zu einem Master-Studium. 20 Prozent bewerben sich gerade dafür. Da verwundert es natürlich nicht, dass zwei Drittel (67 Prozent) angaben, dass sie eher ein Master-Studium als ein MBA-Studium anstreben. 2016 waren es erst 48 Prozent. Lediglich 31 Prozent der Befragten planen später ein MBA-Studium. Vor allem chinesische Jugendliche denken eher an einen Master (74 Prozent). In den USA sind es 66 Prozent, in Großbritannien 64 Prozent und in Kanada nur 57 Prozent.

Grund für die Präferenz ist die vermutete Anerkennung des Master-Abschlusses bei den Arbeitgebern. So glaubt fast die Hälfte (47 Prozent), dass Arbeitgeber einen Master für gleichwertig zu einem MBA halten. 2016 waren es erst 36 Prozent. Allerdings gibt es hier erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern. So glauben 67 Prozent der Befragten in Pakistan, dass Master und MBA gleichwertig sind. In Großbritannien sind es 44 Prozent, in China 39 Prozent und in Kanada nur 14 Prozent.

Dabei bedienen die beiden Studienarten völlig unterschiedliche Zielgruppen. MBA-Studenten haben oft kein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert, einige Jahre Berufserfahrung und streben eine Managementposition an. Master-Studenten sind jünger, haben öfter einen Bachelor in Wirtschaft, keine oder kaum Berufserfahrung und landen in der Regel auf einer klassischen Einstiegsposition für Hochschulabsolventen.

„Wir sehen eine erhebliche Veränderung im Markt“, sagt Andrew Crisp, Autor der Studie. Business Schools bieten mehr Master-Programme an und die werden immer gefragter. Arbeitgeber bevorzugten Master-Absolventen ohne Berufserfahrung, weil sie zwar mehr gelernt haben als Bachelor-Absolventen, aber geringere Gehälter bekämen als MBA-Absolventen, so Crisp.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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