Tomorrow`s MBA: Verantwortungsvolle Führung gefragt  

Von am 19. März 2020
Tomorrow`s MBA Screenshot

Verantwortungsvolles Management und ethisches Führungsverhalten sind die wichtigsten Studieninhalte für MBA-Interessenten. Das zeigt die Umfrage „Tomorrow`s MBA“ der britischen Beratung CarringtonCrisp.

Bei der Frage, welche der Inhalte im MBA-Studium für sie sehr wichtig oder wichtig sind, gaben sieben von zehn der Befragten die beiden Themen verantwortungsvolles Management und ethisches Führungsverhalten an. Nimmt man nur diejenigen, die die Themen als „sehr wichtig“ bewertet haben, sind es 41,8 bzw. 40,6 Prozent.

Interessant sind die Unterschiede je nach Herkunft der Interessenten. So liegen die entsprechenden Werte am höchsten in Afrika bei 73,8 Prozent (verantwortungsvolles Management) und 76,2 Prozent (ethisches Führungsverhalten). Es folgt Indien mit 55,0 bzw. 62,5 Prozent. In Westeuropa sind es dagegen nur 31,0 bzw. 36,0 Prozent.

An zweiter Stelle stehen Diversity und Gleichberechtigung mit insgesamt 67 Prozent und die Beschäftigung mit globalen Herausforderungen (wie Armut, Klimawandel and Umweltverschmutzung) mit 66 Prozent. Auch bei Diversity und Gleichberechtigung hat Afrika mit 54,8 Prozent die höchsten Werte, gefolgt von Indien mit 52,5 Prozent und Nordamerika mit 45,7 Prozent. Westeuropa liegt bei 31,0 Prozent. Ähnliches gilt für die globalen Herausforderungen. Hier liegt Afrika bei 59,5 Prozent und Indien bei 55,0 Prozent.

Die Studie zeige die deutliche Forderung der potentiellen Studenten an die Business Schools, verantwortungsvolle und ethische Führung als Kern in ihrem MBA-Studium zu integrieren, erklärt Studienautor Andrew Crisp. Die künftigen Studenten sähen die beiden Themen nicht als Spezialisierungsmöglichkeit oder Wahlfach, sondern als einen fundamentalen Aspekt, der sich durch die gesamte Lehre und Forschung ziehen sollte. „Das ist etwas, auf das sich Business Schools fokussieren müssen“, so Crisp.

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Der Charakter des MBA-Studiums ändere sich. Statt einem reinen Wirtschaftsabschluss müsse es den Studenten helfen, Wirtschaft in einem breiteten Kontext der Gesellschaft zu sehen.

Zudem wurden die MBA-Interessenten gefragt, welche andere Lernmöglichkeiten sie außer dem MBA in Erwägung ziehen. Hier stehen Qualifikationen von Berufsverbänden mit 59 Prozent an der Spitze, gefolgt von kostenlosen Kursen von Websites wie LinkedIn Learning (52 Prozent) und MOOCS (43 Prozent). Bei der Frage nach anderen Studienangeboten zu ähnlichen Themen wie dem MBA gaben mehr als zwei Drittel (69 Prozent) an, einen spezialisierten Master wie etwa den Master in Finance ins Auge zu fassen. 51 Prozent nannten einen Micromaster bzw. einen aufstockbaren Abschluss.

Der MBA bleibe zwar das Flaggschiff-Programm, komme aber zunehmend durch andere Alternativen unter Druck, erklärt Studienautor Crisp. Daher sei es für die Business Schools wichtig, die Vorteile und den Wert eines MBA-Abschlusses gegenüber anderen Lernangeboten herauszustellen.

Bei der Frage, ob sie lieber von qualifizierten Akademikern oder von Managern unterichtet werden möchten, gab es keine eindeutig Präferenz. 39 Prozent setzen auf Akademiker, 37 Prozent auf Praktiker. Und nur etwas mehr als sein Drittel (34 Prozent) legen Wert auf internationale Lehrende.

An der Online-Umfrage nahmen 672 Personen aus 21 Ländern teil. Die größten Gruppen kamen aus Großbritannien, den USA, Indien, Thailand, Kanada, China/Hongkong und Malaysia. Die Umfrage wurde vor Ausbruch der Corono-Krise durchgeführt.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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