Studie: Wunsch nach einem Netflix-MBA

Von am 17. August 2021
Studie

Sieben von zehn Mitarbeiter wünschen sich von Business Schools kurze, preisgünstige Bildungsangebote mit jobrelevanten Inhalten. Das ist das Ergebnis einer Studie der britischen Beratung CarringtonCrisp und LinkedIn.

Lange Präsenzprogramme, die zu einem akademischen Abschluss führen, sind offenbar immer weniger gefragt. So glauben 68 Prozent der Mitarbeiter, dass Business Schools flexiblere Ansätze entwickeln müssten, die kein Vollzeit-Studium voraussetzen.30 Prozent der Befragten zeigen sich sehr interessiert an einer Lernplattform, auf der sie sich wie bei Netflix von einer Vielzahl von Plattformen Lerninhalte auswählen können und so ihren eigenen Abschluss zusammenstellen können.

52 Prozent finden an, dass Business Schools zu teuer für ihre Lernbedürfnisse sind. 44 Prozent sagen, dass ihre Kollegen keine Vorteile realisieren konnten, nachdem sie in deren Programme investiert hatten.

Gleichzeitig haben die Business Schools einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Anbietern: So geben 68 Prozent an, dass ihr Hauptgrund für die Wahl einer Business School die Möglichkeit war, persönliche Netzwerke aufzubauen. 52 Prozent haben bereits Erfahrung mit der Business School und setzen daher erneut auf ihre Angebote.

Das sind einige der Ergebnisse der aktuellen Studie The Future of Lifelong and Executive Education der britischen Beratung CarringtonCrisp und LinkedIn. An der Online-Befragung haben 2.505 sowie 501 Arbeitgeber teilgenommen. Die meisten Unternehmen kamen aus den USA, gefolgt von Indien, China, GB und Deutschland.

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13 Prozent der Mitarbeiter sind an einem „stackable degree“ interessiert, bei dem man mehrere Kurse bis zu einem akademischen Abschluss aufstocken kann. So hat ein Drittel (34 Prozent) der Befragten Interesse an einem Abschluss, den sie in einer Reihe von Modulen über mehrere Jahre hinweg zeitlich flexibel erwerben können. Und 28 Prozent sind an einem Abschluss interessiert, den sie innerhalb der nächsten zehn Jahre zu geringen Kosten durch den Erwerb neuer Fähigkeiten aktualisieren können.

Auf die Frage, welche Qualifikationen sie in den nächsten fünf Jahren vielleicht anstreben, geben 21 Prozent ein traditionelles Master-Studium an, 14 Prozent einen MBA oder einen Executive MBA. 23 Prozent nennen ein Diplom oder Zertifikat. 19 Prozent interessieren sich für Digital Badges (digitale Zertifikate, die bestimmte Fertigkeiten oder Kenntnisse bestätigen) und zehn Prozent für Microcredentials.

Kurz, flexibel abrufbar und mit Microcredentials – so sieht auch für 78 Prozent der Arbeitgeber die Weiterbildung der Zukunft aus. 77 Prozent wünschen sich, dass die Business Schools ihre MBA-Abschlüsse „neu erfinden“, um sie relevanter für die Zukunft zu machen.

Laut Studie geben knapp drei Viertel (74 Prozent) der Unternehmen an, dass ihre Organisation online erworbene Qualifikationen genauso anerkenne wie die im Präsenzveranstaltungen erworbenen Qualifikationen. Und 79 Prozent glauben, dass Online-Lernen der Standard bei der Weiterentwicklung der Mitarbeiter werden wird.

Bisher nützen nur 35 Prozent der befragten Unternehmen Business Schools für ihre Lern und Entwicklungsaktivitäten. Damit liegen sie an vierter Stelle hinter Berufs- und Handelsorganisationen, Beratungsfirmen und In-house-Angeboten.

Auf die Frage, warum sie keine Business School nutzen, gab jeweils mehr als ein Fünftel folgende Gründe an: Andere Organisationen bieten Programme an, die besser unseren Entwicklungsbedürfnissen entsprechen (24 Prozent), Business School sind zu teuer (24 Prozent), wir nützen nur firmeninterne Angebote (21 Prozent) und die Angebote der Business Schools sind zu theoretisch und entsprechen zu wenig den realen Herausforderungen, mit denen man konfrontiert sei (20 Prozent).

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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