Studie: Alumni wollen mehr Weiterbildung

Von am 9. Mai 2022
MBA-Alumni Mannheim Business School

Alumni von Business Schools bemängeln, dass ihre Schulen ihnen nicht genug Möglichkeiten offerieren, sich nach dem Abschluss weiterzubilden. Das zeigt eine Umfrage unter Absolventen.

„Für viele Absolventen ist die Business School nicht das Ende, sondern erst der Anfang“, sagt Andrew Crisp von der Beratung CarringtonCrisp. Es gebe zwar ein Gefühl der Wärme und des Wohlbefindens, wenn es um die Beziehung zu ihrer Business School geht, aber es mangele am Engagement, eine wertvolle Beziehung sowohl für die Schule als auch für die Absolventen aufzubauen. Das ist das Ergebnis der Umfrage „Alumni Matters“ der britischen Beratung CarringtonCrisp.

So wünschen sich mehr als drei Viertel (77 Prozent) einen Online-Zugang zu Vorlesungen und anderen Inhalten von Dozenten, während 56 Prozent der Meinung sind, dass die Business Schools spezielle Programme für Alumni schaffen sollten, um ein lebenslanges Lernen zu ermöglichen.

Von besonderem Interesse sind kurze Kurse für Führungskräfte, informelle Lernmöglichkeiten durch Gastredner, ein reines Online-Studium und informelle Lernangebote zu Inhalten von anderen Fakultäten der Hochschule. Die meisten (56 Prozent) möchten zudem, dass ehemalige Studenten Vorzugspreise für künftige Programme bekommen.

Einige dieser Angebote gibt es bereits, aber mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Alumni weiss nicht, welche Möglichkeiten es gibt, um ihre Ausbildung fortzusetzen. An der fehlenden Information durch die Schulen liegt das offenbar nicht. So geben 86 Prozent der Absolventen an, dass ihre Schule sie über Alumni- und Schulaktivitäten und News informiert. Doch offenbar kommen die Informationen nicht an. Der beliebteste Informationskanal dabei ist mit weitem Abstand ist die E-Mail, die 88 Prozent der MBA-Alumni bevorzugen.

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Fast neun von zehn Alumni (86 Prozent) wünschen sich einen digitalen Newsletter, 78 Prozent Events für Alumni. 54 Prozent haben keine Kenntnis davon, ob es ein Alumni-Verzeichnis gibt. Weniger als die Hälfte weiß, ob es eine Online-Plattform für Alumni gibt und 42 Prozent wissen nicht, ob es einen Career Service gibt.

Bei den Verbesserungenvorschlägen werden vor allem drei genannt: Die Kontaktmöglichkeiten der Alumni untereinander verbessern, ihenn mehr Möglichkeiten bereitstellen, das Netzwerk zu nutzen und mehr Lernangebote anbieten.

Gewünscht wird auch ein besserer Karriereservice. Dabei hätten 74 Prozent gern Jobboards, auf denen sie ihre offenen Stellen und ihren CV posten können. 54 Prozent wünschen sich Zugang zu Coaching-Angeboten und 44 Prozent suchen einen Mentor im Alumni-Netzwerk. 24 Prozent der Alumni wären auch bereit, dafür eine geringe Summe zu bezahlen.

Etwa die Hälfte der Befragten stimmte zu, dass sie Teil der Alumni-Gemeinschaft sind (51 Prozent) und sich der Schulgemeinschaft zugehörig fühlen (54 Prozent). Doch während die meisten sehr stolz auf ihre Business School sind (88 Prozent), fühlen sich weit weniger mit ihrer Schule verbunden (39 Prozent). Damit versäumen es die Schulen auch, dass mehr Ehemalige für die Schule spenden, was vor allem in den USA eine wesentliche Einnahmequelle für die Hochschulen ist. So würde nur weniger als die Hälfte ihre Business School finanziell unterstützen und lediglich zehn Prozent haben dies bereits getan.

Dabei zeigen die Alumni durchaus Bereitschaft, auch etwas für ihre Schule zu tun. 63 Prozent würden sich in der Forschung oder bei der Entwicklung von Fallstudien engagieren, 58 Prozent bei der Entwicklung von Kursen oder Studiengängen, 60 Prozent bei der Karriereentwicklung der Studenten und 54 Prozent würden zusammen mit anderen Alumni etwas für die Gesellschaft tun (Charity oder NGO-Projekte).

Während es also noch zahlreiche Gelegenheiten gibt, das Engagement der Alumni zu verstärken, tun diese aber auch bereits viel. So haben 39 Prozent ihre Business School im letzten Jahr künftigen Studenten empfohlen. 27 Prozent haben die Schule in ihrem Unternehmen promotet und 24 Prozent haben sie interessierten Rekruitern empfohlen.

Die Studie zeigt auch, dass das Interesse der Absolventen an der Gründung eines Unternehmens stark zunimmt: 57 Prozent der Befragten gaben an, dass sie an die Gründung eines Unternehmens denken und Rat suchen, und 40 Prozent suchen nach Möglichkeiten, in neue Unternehmen zu investieren. „Für Schulen, die sich im Bereich Unternehmertum einen Namen machen wollen, kann die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen für Alumni von unschätzbarem Wert sein“, sagt Crisp. „Als Unterstützer und Förderer einer Schule und als mögliche künftige Kunden sind Alumni eine wichtige Zielgruppe, die man in Diskussionen über die Zukunft ihrer Business School einbeziehen sollte.“

Beim mittlerweile neunten Bericht „Alumni Matters“ der britischen Beratung CarringtonCrisp in Kooperation mit EFMD (European Foundation for Management Development) in Brüssel wurden 1.726 Absolventen von Business Schools (Bachelor, Master und MBA) in 76 Ländern zu ihren Erwartungen, Wünschen und Erfahrungen mit ihrer Business School befragt.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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