Stanford: Selbstreflektion statt Hilfe vom MBA-Berater

Von am 23. August 2021
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Vor allem in den USA setzen Bewerber für einen MBA-Studienplatz oftmals auf die Hilfe eines Admission Consultants. Vor kurzem warnte nun Stanford vor unakzeptabler Unterstützung.

Um einen der begehrten MBA-Studienplätze an einer amerikanischen Topschule zu bekommen, nützen viele Bewerber die Dienste eines sogenannten Admission Consultants und zahlen dafür oftmals mehrere Tausend Dollar.

Sie unterstützen den MBA-Interessenten bei allen Aspekten der Bewerbung. Sie wissen, auf was die Schulen achten und wie sich der MBA-Student in spe am besten präsentieren sollte. Sie helfen ihnen beim Verfassen der Essays und der Wahl der geeigneten Referenzgeber. Zwar betonen die Berater, dass sie ihre Kunden nur beraten und nicht deren Bewerbung verfassen oder ihm empfehlen, sich anders zu präsentieren als es eigentlich seiner Persönlichkeit entspricht, aber die Grenzen sind natürlich fließend.

Die Business Schools wissen das und sehen das natürlich nicht gern. Vor kurzem hat die Stanford Graduate School of Business nun eine deutliche Warnung ausgesprochen. Wenn ein Teil seiner Bewerbung von einem Berater erarbeitet oder gestaltet wurde, könne dem Bewerber die Zulassung verweigert oder eine bereits erteilte Zulassung wieder zurückgenommen werden.

Kirsten Moss, Assistant Dean of MBA Admissions in Stanford, erklärte gegenüber dem MBA-Portal Poets & Quants, dass die Business School Bewerber nicht davon abhalten möchte, Berater zu engagieren, aber dass sie darauf achten sollten, bestimmte Grenzen nicht zu überschreiten. Das sei dann der Fall, wenn ein Teil der Bewerbung nicht ausschließlich den Gedanken und Worten des Kandidaten entspreche und die Bewerbung oder die Selbstdarstellung daher nicht authentisch sei.

Der beste Rat sei es, als Bewerber selbst über seine Vergangenheit und Zukunft zu reflektieren und seine Einsichten dann mit der Schule zu teilen. „Gute Bewerbungen zeigen die Selbstreflektion, die nur der Kandidat selbst entdecken und mitteilen kann“, so Moss.

Um Bewerber dabei besser zu unterstützen, bietet die Business School im August in der „Stanford GSB Application Week“ erstmals ein Programm an, bei dem Bewerber an fünf Tagen umfangreiche Informationen bekommen. Sie erfahren, wie sie ihre Geschichte erzählen, ihre Essays schreiben, ihre Referenzen auswählen und ihre Bewerbungen überprüfen.

Laut Poets & Quants nützt rund ein Drittel der MBA-Bewerber in Stanford einen Berater. Stanford gilt als die Business School mit der striktesten Auswahl. 2020 wurden 8,9 Prozent der Bewerber zugelassen. Im Vorjahr – vor Corona – waren es 6,7 Prozent.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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