Stanford: Eine Viertel-Million Dollar Gehalt

Von am 16. Januar 2023
FT-Ranking Stanford Campus von Stanford

Trotz Pandemie verdienen die MBA-Absolventen von Stanford erstmals im Durchschnitt eine Viertel Million Dollar Gehalt. 30 Prozent gingen in die Technologiebranche, 19 Prozent gründeten ihr eigenes Unternehmen.

Die MBA-Studenten an der Stanford Graduate School of Business begannen ihren MBA-Studiengang 2020 in der Pandemie. Trotzdem stellen sie eine neuern Rekord in Bezug auf das Anfangsgehalt, den erwarteten Leistungsbonus und die Gesamtvergütung auf. Das zeigt der neue Employment Report der Business School der 462 MBAs, die ihr Studium im vergangenen Mai nach zwei Jahren abgeschlossen haben.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt stieg auf 182.272 Dollar, das sind mehr als 20.000 Dollar und 12,6 Prozent mehr als im Jahr 2021 – der bei weitem größte Anstieg innerhalb eines Jahres in den letzten zehn Jahren. Der Gehaltsanstieg spiegelte sich auch in den beiden anderen wichtigen Gehaltselementen wider: dem durchschnittlichen Antrittsbonus, der um 15,6 Prozent auf 33.684 Dollar stieg, und dem durchschnittlichen erwarteten Leistungsbonus, der um 16,7 Prozent auf 91.476 Dollar zulegte.

Die durchschnittliche Gesamtvergütung der Stanford-MBAs lag damit bei 257.563 Dollar – ein Anstieg um 19,2 Prozent gegenüber dem Jahr vor der Pandemie 2019, wie das MBA-Portal Poets&Quants berichtet.

Die MBA-Gehaltspakete von Stanford sind damit schneller als die der meisten anderen Hochschulen gestiegen. An der Harvard Business School lag die durchschnittliche Gesamtvergütung bei 223.100 Dollar. Die MIT Sloan School of Management meldete eine durchschnittliche Gesamtvergütung von 204.700 Dollar, die Columbia Business School 203.252 Dollar.

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Bemerkenswert ist, dass der Prozentsatz der Stanford-Absolventen, die in die Technologiebranche gegangen sind, gestiegen ist. 30 Prozent der Stanford-MBAs fand im Jahr 2022 einen Job in der Tech-Branche, obwohl die Branche derzeit unter massiven Entlassungen leidet. Der Anteil der Berater ging von 18 auf 15 Prozent zurück, während der Anteil des Finanzbereiches mit 33 Prozent unverändert blieb.

19 Prozent gründeten ihr eigenes Unternehmen, und eine Rekordzahl von Frauen verfolgte den Weg des Unternehmertums, indem sie ein Unternehmen gründeten oder sich einem Start-up anschlossen.

„Diese Studierenden zeigten einen unermüdlichen Drang, Chancen zu verfolgen, die es ihnen ermöglichen, in den Bereichen, in denen sie sich leidenschaftlich engagieren, etwas zu bewirken“, sagte Jamie Schein, stellvertretender Dekan und Leiter des Career Management Centers.

Einer dieser Absolventen ist Christoph Jamann. Der gebürtige Deutsche konzentrierte sich in den letzten zwei Jahren auf drei mögliche zukünftige Karrierewege: Luftfahrt, Technik und Formel 1. Nachdem er zu Beginn seines MBA-Studiums den Rückgang der Luftfahrtindustrie durch die Pandemie und in jüngster Zeit den Abschwung in der Technologiebranche von seinem Sitz im Silicon Valley in Palo Alto aus miterlebt hatte, entschied sich Jamann für eine Tätigkeit in dem Sport, den er seit seiner Kindheit liebt.

„Ich habe mir geschworen, nicht mehr den üblichen Weg zu gehen, sondern meinen Leidenschaften zu folgen“, sagt er in der Pressemitteilung von Stanford. „Da ich als Kind in der Nähe einer Rennstrecke aufgewachsen bin und die Dynamik der Formel 1 in den USA gesehen habe, wusste ich, dass dies die Richtung ist, die ich einschlagen wollte.“

Mit Hilfe des Karrierezentrums konnte Jamann zwei Praktika absolvieren, bei McLaren Racing und beim Angel City Football Club, dem Profifußballteam für Frauen. Ein Angebot aus dem technischen Bereich schlug er aus. Im Juni letzten Jahres begann er als Strategiedirektor für das Formel-1-Team in Las Vegas, und im Oktober war er bereits zum Stabschef aufgestiegen.

„Ein Ehemaliger sagte mir, ich solle die Business School als Sandkasten betrachten – um meine Leidenschaften zu erforschen und zu finden“, sagt er. „Ich habe so viel über mich selbst gelernt. Ich habe mir ein neues Leben in den USA aufgebaut und – was am wichtigsten ist – ich arbeite für ein Unternehmen, das mir sehr am Herzen liegt.“

Die Stanford Graduate School of Business gehört weltweit zu den Topschulen und ist die Business School mit der strengsten Auswahl beim MBA-Studium. Im aktuellen Ranking von Bloomberg Businessweek liegt  sie auf dem ersten Platz. Beim letzten Ranking der Financial Times lag die kalifornische Topschule auf Platz 6 bei den besten globalen Vollzeit-MBA-Programmen.

Foto Bärbel Schwertfeger, MBA Journal

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.