MBAs sind schlecht für Geschäft

Von am 18. April 2022
MBAs pixabay geralt

Eine Studie zeigt, dass MBAs als Manager nicht gut für Unternehmen und ihre Mitarbeitende sind.

Die neue Studie des National Bureau of Economic Research kommt zu dem Ergebnis, dass Manager mit einem Business-Abschluss (meist MBAs) nicht wesentlich besser in der Lage sind, ein Unternehmen zu führen und seine Gewinne und Umsätze zu steigern, als solche ohne entsprechenden Abschluss. Zudem waren sie weniger geneigt, die Gehälter zu erhöhen.

„Wenn man mit Business Schools über unsere Ergebnisse spricht, sind viele von ihnen nicht überrascht, denn ein Teil ihrer Lehre ist die Gewinnmaximierung“, sagte Alex He, Finanzprofessor an der University of Maryland und einer der Autoren der Studie gegenüber dem Online-Magazin Quartz. In der Studie werde daher lediglich dokumentiert, welche Kosten ihre Art der Gewinnmaximierung mit sich bringe.

Die Studie stützt sich auf Daten von amerikanischen und dänischen Unternehmen und analysiert die Veränderungen von Gehältern, Umsätzen und Gewinnen von Unternehmen, bei denen CEOs ohne Wirtschaftsabschluss durch Absolventen von Business Schools ersetzt wurden.

Die Autoren, zu denen auch Wirtschaftswissenschaftler des MIT und der Universität Kopenhagen gehören, stellten fest, dass sich das Umsatzwachstum in beiden Ländern nicht verbesserte, als die in Betriebswirtschaft ausgebildeten CEOs oder Manager das Ruder übernahmen. Gleichzeitig sank das Gehaltswachstum in den USA um durchschnittlich sechs Prozent und in Dänemark um drei Prozent. Die Gehaltskürzungen reduzierten die Ausgaben und erhöhten die Gewinne, was die Aktienkurse in die Höhe trieb. Sie führten aber auch dazu, dass sich hoch qualifizierte Arbeitnehmer einen neuen Arbeitsplatz suchten, was langfristig erhebliche Kosten für das Unternehmen verursachen kann.

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„Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Manager mit Business-Abschluss nicht produktiver sind“, schreiben die Autoren. „Unternehmen, die sie einstellen, verzeichnen keine höheren Umsätze, Produktivitäts-, Investitions- oder Beschäftigungszuwächse nach deren Einstellung.“

Die Ergebnisse sind vor allem für die USA von Bedeutung, wo der Anteil der Unternehmen mit Managern, die einen Business-School-Abschluss haben, stetig gestiegen ist. Bei den 9.000 untersuchten US-Firmen ist ihre Zahl von 26 Prozent im Jahr 1980 auf 43 Prozent im Jahr 2020 gestiegen, wobei der Großteil dieses Anstiegs auf die Zunahme von MBAs zurückzuführen ist. Gleichzeitig ging der Anteil der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen zurück.

Die Ergebnisse der Studie könnten ein weiterer Indikator für den starken Einfluss des amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Milton Friedman auf die Geschäftswelt sein, so die Autoren. Nach der längst umstrittenen Friedman-Doktrin besteht die einzige soziale Verantwortung der Unternehmen darin, ihre Profite zu erhöhen.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.