MBA-Studium: Kürzer, flexibler und mehr Entrepreneurship

Von am 14. Februar 2018
MBA Fotolia

Im neuen Report Tomorrow’s MBA ist das einjährige MBA-Studium erstmals beliebter als das traditionelle zweijährige MBA-Studium – allerdings nicht bei den Deutschen.

In der neuen und siebten Ausgabe des Report Tomorrow’s MBA gibt es eine Premiere: Erstmals ist das einjährige MBA-Studium bei den Interessenten beliebter als das traditionelle zweijährige MBA-Studium. Während 27 Prozent die kürzere Version bevorzugten, stimmten 25 Prozent für das zweijährige Studium. Karrieren änderten sich heute so schnell, dass die MBA-Interessenten neue Fähigkeiten erwerben und schnell eine Rendite sehen wollen, sagt Andrew Crisp, Autor der Studie.

Für die Befragten aus Deutschland gilt das offenbar nicht. Hier stimmten 33 Prozent für ein zweijähriges Studium. Nur  24 Prozent bevorzugten ein einjähriges Studium. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass viele Deutsche ihren MBA in den USA machen wollen. Dort dominiert noch immer das zweijährige Studium.

Die Studie fragte auch die Motive für ein MBA-Studium ab. Die vier wichtigsten Gründe waren eine bessere Beschäftigungsfähigkeit (32 Prozent), ein besseres Einkommen (28 Prozent), eine internationale Karriere (26 Prozent) und die persönliche Entwicklung (25 Prozent). Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten will ein eigenes Unternehmen gründen. Im Vorjahr waren es erst 20 Prozent. Entrepreneurship ist mit elf Prozent auch eine der drei beliebtesten Spezialisierungen. An erster Stelle steht jedoch IT (14 Prozent) gefolgt von Finance (zwölf Prozent).

Auch als Studieninhalt hat Entrepreneurship an Beliebtheit gewonnen und ist vom fünften auf den dritten Platz gestiegen nach Strategie und Leadership. Am wichtigsten ist jedoch das Fach Technologiemanagement.

Bei der Finanzierung des Studiums setzen die Interessenten auf Unterstützung. 51 Prozent würden nur ein MBA-Studium beginnen, wenn sie ein Stipendium bekommen. 54 Prozent setzen einen Kredit voraus, um wenigstens einen Teil der Kosten abzudecken. Und 42 Prozent machen ihre Entscheidung davon abhängig, dass ihr Arbeitgeber einen Teil der Kosten übernimmt.

Bei der Frage, welche Faktoren sie dazu bringen würden, mehr für ihr Studium zu bezahlen, zählten vor allem: erstklassige und hochkarätige Dozenten (46 Prozent), eine Schule, die Toparbeitgeber anzieht (38 Prozent), ein besserer Karriereservice (38 Prozent) und eine bessere Ranking-Platzierung (36 Prozent). Die geringste Rolle spielten ein starkes Alumni-Netzwerk (18 Prozent) und ein häufigerer Kontakt mit den Professoren (14 Prozent).

Befragt wurden 1.463 Studenten aus 75 Ländern. 44 Prozent haben keine oder weniger als zwei Jahre Berufserfahrung.

Der Report Tomorrow’s MBA wird von dem britischen Beratungsunternehmen CarringtonCrisp in Kooperation mit der European Foundation for Management Development (EFMD) in Brüssel herausgegeben.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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