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MBA-Studium: Jeder Fünfte will Unternehmen gründen

Von am 10. Oktober 2016

Jeder fünfte Interessent will ein MBA-Studium absolvieren, um danach ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das zeigt die neue Ausgabe der Studie Tomorrow’s MBA des Beratungsunternehmens CarringtonCrisp.

Erstmals hat es die Unternehmensgründung unter die fünf meist genannten Gründe für ein MBA-Studium geschafft. Im Vorjahr lag Entrepreneurship noch auf Platz zehn. So gaben in der aktuellen Studie Tomorrow’s MBA 19,7 Prozent der MBA-Interessenten an, ihr eigenes Unternehmen gründen zu wollen. Das wichtigste Motiv für ein MBA-Studium ist die Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten (22,8 Prozent), gefolgt von der besseren Beschäftigungsfähigkeit (21,2 Prozent), dem Wunsch nach einer internationalen Karriere (21,0 Prozent) und der persönlichen Entwicklung (20,7 Prozent). Befragt wurden tausend MBA-Bewerber weltweit.

Auch bei denen, die sich für einen spezialiserten MBA interessieren, gehört Entrepreneurship gemeinsam mit IT, internationalem Management und Finanzen zu den vier beliebtesten Bereichen. Business Schools müssten überlegen, ob sie Entrepreneurship als eigenständiges Fach lehren oder in das gesamte Studium integrieren, erklärt der Autor der Studie, Andrew Crisp. Sie sollten dabei auch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von potentiellen Gründern und Studenten, die in einem Unternehmen arbeiten möchten, berücksichtigen. Spannend werde es dabei, wie sich die steigende Zahl der Gründer auf die MBA-Ranking auswirken werde, wo die Gehaltsteigerung oft ein ausschlaggebendes Kriterieum ist. Bisher ist die Zahl der Gründer allerdings noch gering. Selbst in Stanford waren es 2015 nur 16 Prozent der MBA-Absolventen, in Wharton 4,3 Prozent und am INSEAD (2014-2015) sechs Prozent.

Weitere Ergebnisse der Studie sind:

Mit 42 Prozent haben mehr Frauen als je zuvor den Fragebogen beantwortet, was möglicherweise ein Ergebnis der Bemühungen vieler Schulen sei, mehr Frauen für das MBA-Studium zu begeistern. Dabei interessieren sich Männer (40 Proeznt) deutlich mehr für das Thema Leadership als Frauen (29 Prozent). Umgekehrt ist es beim Fach Ethik. Das finden 16 Prozent der Frauen, aber nur fünf Prozent der Männer wichtig.

Nicht alle Inhalte, die die Schulen als wichtig erachten, sind auch bei den MBA-Bewerbern gefragt. So werden verschiedene Wahlfächer (acht Prozent), kleine Klassen (neun Prozent) und internationale Studientrips (elf Prozent) von Studieninteressenten als nicht besonders wichtig bewertet. Auch das Thema Corporate Social Responsibility ist nur für sechs Prozent von Bedeutung.

Bei der Auswahl des Programms setzen die Bewerber auf Rankings, vor allem auf die Ranglisten der Financial Times, gefolgt von Forbes und Business Week. Zudem wollen 72 Prozent der MBA-Bewerber wissen, wie die Karriereplanung und Jobsuche in das Studium integriert sind.

Mit mehr als einem Viertel der Interessenten bevorzugt eine beachtliche Zahl der Befragten einen Online MBA oder ein Studium im Blended-Learning-Format.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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