MBA-Studium in den USA: Immer unbeliebter • MBA Journal

MBA-Studium in den USA: Immer unbeliebter

Von am 5. Juni 2019
USA Fotolia

Immer mehr internationale Studenten machen einen Bogen um die USA. Laut einer GMAC-Studie wollen nur noch 40 Prozent dort studieren.

Der Rückgang ist dramatisch. Bereits von 2009 bis 2016 ist die Präferenz der USA als Studienland von 54 auf 48 Prozent gefallen. 2018 waren es dann nur noch 40 Prozent. Zugleich stieg die Beliebtheit von Westeuropa in den letzten beiden Jahren von 31 auf 40 Prozent. Das zeigt eine neue Studie des Graduate Management Admission Councils (GMAC) .

Mit 28 Prozent bevorzugen fast sechsmal so viele Interessenten aus Ost- und Südostasien inzwischen ein Studium in Großbritannien. Nur fünf Prozent wählen die USA. Von den Interessenten aus Westeuropa wollen 39 Prozent auch hier studieren. Nur sechs Prozent zieht es in die USA. Und Interessenten aus Zentral- und Südasien wollen eher nach Frankreich als in die USA.

Grund sei, so GMAC auch das gegenwärtige politische Klima. Potentielle Studenten nähmen die USA in punkto Sicherheit und persönlicher Sicherheit sowie Finanzierbarkeit schlechter wahr als andere Länder. Dagegen habe Kanada deutlich an Beliebtheit zugelegt. Dort ist es leichter Studentenvisa und eine Arbeitserlaubnis zu bekommen und es ist sicherer. Länder in Westeuropa werden vor allem wegen ihres guten Bildungssystems und der besseren Chancen auf eine internationale Karriere bevorzugt.

Bei den Gründen, die sie von einem Studium in den USA abhalten, geben 53 Prozent das politische Umfeld, 37 Prozent Sicherheitsbedenken und 36 Prozent Angst vor Rassismus und Diskriminierung an.

Auch das Interesse an dem in den USA üblichen zweijährigen Programmen nimmt weiter ab. 2018 bevorzugten die potentiellen Studenten bereits zum zweiten Mal ein einjähriges Studium (47 versus 45 Prozent).

Nur noch 19 Prozent präferieren ein zweijähriges Vollzeit-Studium. 22 Prozent favorisieren ein Part-time Programm, 14 Prozent einen Executive MBA und nur zwölf Prozent einen Online-MBA. Ihre Zahl ist – trotz der steigenden Zahl der Angebote auch von renommierten Schulen – seit zehn Jahren weitgehend konstant.

Die größten Hindernisse, überhaupt an einer Business School zu studieren, sind die Kosten. 26 Prozent wollen keine großen Schulden machen. 37 Prozent der Kandidaten erwägen kürzere und billigere Bildungsangebote wie fachliche Zertifikate (37 Prozent) oder firmeninterne Trainings (19 Prozent). 18 Prozent denken daran, MOOCs zu absolvieren, also kostenlose Online-Kurse.

Befragt wurden 9.617 Studieninteressenten zwischen Januar und Dezember 2018. Zudem wurden die Antworten von 126.000 Befragten zwischen 2009 und 2017 berücksichtigt.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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