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MBA-Bewerbung: Im Interview punkten

Von am 28. September 2015
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GMAT, Interview oder Referenzen – womit kann man bei der MBA-Bewerbung am meisten punkten? Eine Umfrage zeigt, dass es vor allem auf das Programmformat ankommt. Beim Vollzeit-MBA sind andere Kriterien wichtiger als beim Executive MBA.

Das wichtigste Kriterium bei der Zulassung zu einem zweijährigen Vollzeit-MBA ist das Interview mit 21 Prozent. An zweiter Stelle stehen Tests wie der GMAT (Graduate Management Admission Test) mit 20 Prozent, gefolgt von den akademischen Leistungen (18 Prozent) und dem Lebenslauf (15 Prozent). Relativ unwichtig sind dagegen die Referenzschreiben mit nur 8 Prozent. Beim einjährigen Vollzeit-Programm ist der Zulassungstest mit 24 Prozent sogar noch wichtiger. Ansonsten sind die Unterschiede recht gering.

Überraschend ist, dass die befragten Schulen beim Part-time MBA sogar noch mehr auf die Tests (25 Prozent) und die akademischen Leistungen (24 Prozent) achten. Relativ unwichtig ist hier dagegen das Interview mit nur 10 Prozent.

Den größten Stellenwert unter allen Programmformaten haben gute akademische Leistungen im Erststudium beim Online-MBA mit 36 Prozent. Das Interview kommt hier dagegen gerade mal auf 2 Prozent, möglicherweise weil es oft auch keines gibt.

Geradezu das Gegenteil ist beim Executive MBA der Fall. Hier zählen akademische Leistungen wenig (16 Prozent), auch Tests sind mit 8 Prozent eher unwichtig. So verzichten viele Executive MBA Programme auch ganz auf den GMAT. Am relevantesten sind das Interview (25 Prozent) und der Lebenslauf (24 Prozent). Das verwundert nicht. Schließlich haben die Bewerber meist eine langjährige Berufs- und Managementerfahrung. Erstaunlich ist es allerdings, dass Referenzen zu den beruflichen Leistungen nur so wenig (11 Prozent) zählen.

Insgesamt fällt auf, dass Referenzen und Essays, die die Bewerber zu bestimmten Fragestellungen schreiben müssen, bei allen Programmformaten keine große Relevanz für die Zulassung haben. Dabei sind es gerade diese beiden Kriterien, die Bewerber oft viel Zeit und Mühe kosten.

Für internationale Bewerber gebe es noch eine weitere Hürde, schreibt das Graduate Management Admission Council (GMAC), das die Studie durchgeführt hat. Gute Ergebnisse in Englischtests zählten im Verhältnis zu allen anderen Kriterien mindestens 50 Prozent.

Wie bei den meisten GMAC-Studien beziehen sich die Ergebnisse vor allem auf den US-Markt. So haben an der Umfrage 213 Schulen aus den USA, aber nur 41 aus Europa und 23 aus Asien teilgenommen. Nur drei europäische Schulen machten Angaben zum Part-time MBA, beim Executive MBA waren es immerhin neun und beim einjährigen Vollzeit-MBA 25.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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