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MBA-Auswahl: Kosten spielen eine größere Rolle

Von am 29. Juni 2016
Dollarscheine Schwertfeger

MBA-Interessenten sind weiter optimistisch, was ihre Jobchancen und den Gehaltszuwachs nach dem MBA-Studium angeht. Aber sie achten bei der MBA-Auswahl auch mehr auf die Kosten und interessieren sich stärker für kürzere Programme. Das zeigt die 2016 MBA Applicant Survey der Association of Independent Graduate Admissions Consultants (AIGAC).

Mehr als vier von zehn MBA-Interessenten (41 Prozent), die sich bis Januar 2017 für ein MBA-Studium bewerben wollen, erwarten in den ersten sechs Monaten nach dem Studienabschluss eine Gehaltserhöhung von mehr als 50 Prozent. Die meisten streben einen Job im Bereich Consulting, Finance/Accounting und Technologie an.

Dabei nimmt das Interesse an zweijährigen Vollzeit-MBA-Programmen jedoch ab. Dafür steigt die Bereitschaft, kostengünstigere Optionen abzuwägen. So ist das Interesse am zweijährigen Vollzeit-MBA von 89 Prozent im Vorjahr auf 69 Prozent gefallen, während das Interesse an kürzeren Programmen von 33 auf 40 Prozent gestiegen ist.

41 Prozent der Befragten geben an, dass ihre erste Auswahl der bevorzugten Schulen auch davon anhing, ob sie sich das Studium leisten können. Und gut ein Fünftel (21 Prozent) hat die Liste ihrer bevorzugten Schulen im Laufe des Bewerbungsprozesses aufgrund der Kosten und des Zugangs zu finanzieller Unterstützung geändert. Damit haben die Studienkosten und die Möglichkeit finanzieller Unterstützung im Vergleich zur ersten AIGAC-Umfrage 2009 an Bedeutung gewonnen.

Trotz steigendem Kostenbewusstsein sind die Reputation (Rankings) und die Auswirkung auf die Karriere sind mit 74 bzw. 48 Prozent noch immer die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl eines MBA-Programms, gefolgt von der Stadt bzw. geographischen Lage (46 Prozent) und der Kultur der Schule (38 Prozent).

Die größten Herausforderungen bei der Bewerbung liegen für die Befragten bei den Standardtests wie dem GMAT (Graduate Management Admission Test) mit 61 Prozent, gefolgt vom Verfassen der Essays (46 Prozent) und dem Interview (20 Prozent). Videoantworten und Gruppenübungen halten dagegen nur 19 Prozent für besonders fordernd. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Bewerber sagt, dass sie sich in einem Video gut oder extrem gut präsentieren können.

An der Umfrage nahmen mehr als 3.500 MBA-Interessenten und MBA-Bewerber aus 83 Ländern teil. 44 Prozent leben in den USA. Fast 20 Prozent haben bereits einen Master-Abschluss.

Die 2006 gegründete Nonprofit-Organisation Association of Graduate Admissions Consultants (AIGAC) hat sich zum Ziel gesetzt, ethische Standards für Admission Consultants zu definieren, ihnen Weiterbildung anzubieten und die Öffentlichkeit über den Beratungsbereich zu informieren.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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