In eigener Sache: Lügenpapst Jack Nasher scheitert vor Gericht

Von am 6. Juli 2016
Jack Nasher Gericht Campus MBA-Professor Jack Nasher

Jack Nasher, Professor an der Munich Business School, ist mit seiner Klage gegen die Journalistin Bärbel Schwertfeger wegen zweier kritischer Artikel über den „Lügenpapst“ endgültig gescheitert. Das OLG München hat seine Klage zurückgewiesen. Auffallend sind seine zahlreichen vorsätzlichen und dreisten Lügen und Verleumdungen – auch gegenüber Redaktionen. Im Oktober 2016 wurde Nasher zudem wegen „Irreführung über seine Befähigung“ verurteilt.

Streitgegenstand waren zwei Artikel in der Zeitschrift Wirtschaft&Weiterbildung (Seite 55) und auf der Website von Wirtschaftspsychologie aktuell, die sich kritisch mit dem Buch „Entlarvt“ (Campus Verlag) von Nasher und seiner Bezeichnung als „meistgelesener Wirtschaftspsychologe Kontinentaleuropas“ (Nasher über sich selbst) auseinandersetzen.

Dabei schreckte Nasher auch nicht vor massiven Drohungen zurück. So schrieb er am 29. Juni 2015: „Meine angedrohten Einstweiligen Verfügungen/Klagen sind wasserdicht, weil die dort angesprochenen Punkte objektiv falsch von Ihnen dargestellt worden sind. All das liegt hier bereit. Hinzu kommt strafrechtlich Relevantes, presserechtliches – vieles, das gerade vorbereitet wird und Ihre Reputation betrifft.“ Seine Diffamierungskampagne verbunden mit etlichen falschen Tatsachenbehauptungen betreibt der Professor an der Munich Business School auch noch heute (April 2019). Seit 2018 verbreitet auch die „Profilerin“, notorische Lügnerin und Hochstaplerin Suzanne Grieger-Langer seine Verleumdungen und Falschdarstellungen und nutzt sie als Grundlage für ihre abstruse Verschwörungstheorie.

Damals hatte Nasher gegen drei Aussagen in den beiden Artikel beim Landgericht München geklagt und zunächst teils Recht bekommen. Das Gericht untersagte der Journalistin im Dezember 2015 die beiden Aussagen:

  1. Einen Hinweis über den Abschluss eines Psychologie-Studiums findet man bei Professor Jack Nasher-Awakemian nicht.
  2. Generell gab es kein Magister-Studium in Psychologie

Dabei bezog sich das Landgericht darauf, dass Nasher im Rahmen der Klage mittlerweile sein Magister-Zeugnis in Philosophie mit zweitem Hauptfach Psychologie vorgelegt hatte und es daher inzwischen einen – allerdings nicht öffentlichen – Hinweis auf den Abschluss eines Psychologie-Studiums gab. Damit sei die – damals korrekte – Formulierung nicht mehr richtig.

Dass Jack Nasher dabei nur einen Bruchteil eines ordnungsgemäßen Psychologie-Studiums absolviert hatte (siehe Studienplan) und die Universität Trier bestätigte, dass das Magister-Studium in Philosophie nicht als ein Psychologie-Studium bezeichnet werden könne, hielt das Landgericht für irrelevant. Für den Richter mutierte ein Philosophie-Studium durch die Belegung einiger Psychologie-Vorlesungen offenbar zum Psychologie-Studium. Dementsprechend gab es laut Meinung des Gerichts auch ein Magister-Studium in Psychologie.

Nun hat das Oberlandesgericht (OLG) München die Entscheidung des Landgerichts am 24. Juni 2016 aufgehoben und die Klage insgesamt zurückgewiesen. Eine Revision wird nicht zugelassen.

Dabei kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Äußerungen der Beklagten im Kontext der jeweiligen Wortberichterstattung den Kläger nicht in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzen. So handele es sich bei der ersten Äußerung um eine wahre Tatsachenbehauptung oder um eine tatsachengestützte Meinungsäußerung, bei der zweiten um ein zulässiges Werturteil.

Damit ist Nasher mit seiner Klage endgültig gescheitert.

Das OLG-Urteil zeigt zudem deutlich, wie fehlerhaft das Urteil des Landgerichts war. So heißt es zum Beispiel auf Seite 7: Zu Recht beanstandet die Beklagte, dass ihr eine Äußerung untersagt wird, die in dieser Form in den beiden Artikeln überhaupt nicht enthalten ist.

Nasher hatte das Urteil des Landgerichts weitflächig im Internet verbreitet – natürlich ohne Hinweis darauf, dass das Urteil nicht rechtskräftig war. So behauptete er, die Journalistin sei wegen falscher Berichterstattung vom Landgericht München verurteilt worden. Zudem verbreitete er auch gegenüber Redaktionen wie etwa der „Welt“ Falschaussagen über die Journalistin.

Auch was sein angebliches Wirtschaftsstudium angeht, verwendet er wiederholt eine zumindest irreführende Darstellung. So behauptet er stets, einen „Master in Management“ zu haben. Hingegen belegt sein Zeugnis, dass er einen „Master in Management Research“ hat. Das ist kein klassisches Wirtschaftsstudium, sondern eine Art Vorbereitungsstudium für Kandidaten, die einen PhD anstreben und vermittelt die dafür notwendigen empirischen und theoretischen Forschungsmethoden. So erklärte der Professor für Unternehmensführung an der Munich Business School vor Gericht sogar selbst, während des Master-Studiums „überhaupt kein BWL“ studiert zu haben. Dennoch begründet er seine Bezeichnung als Wirtschaftspsychologe mit seinem Wirtschaftsstudium.

Das Verfahren gegen die Autorin hat NICHTS damit zu tun, ob sich Nasher trotz seines Minimal-Studiums in Psychologie als Wirtschaftspsychologe bezeichnen darf. Hier hat der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) Klage gegen Nasher wegen „Irreführung über seine Befähigung“ (Unlauterer Wettbewerb) erhoben. Im Oktober 2016 wurde er vom Landgericht München dazu verurteilt, es zu unterlassen, „im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken, insbesondere im Internet, sich selbst als Wirtschaftspsychologe zu bezeichnen“ (Originalurteil).

Das Oberlandesgericht München sah das anders und gab Nasher in seinem Urteil vom 20. Juli 2017 recht. Danach kann sich jeder als Wirtschaftspsychologe bezeichnen, auch wenn er – wie Nasher – kein Psychologie-Studium und kein Wirtschaftsstudium abgeschlossen hat. Auch Absolventen eines Bachelors in Psychologie/Wirtschaftspsychologie stehen daher künftig im Wettbewerb mit „Wirtschaftspsychologen“ ohne ein entsprechendes Studium.

Der Bundesgerichtshof (BGH) lehnte die Nichtzulassungsbeschwerde auf Revision des BDPam 26. Juli 2018 (Az.: I ZR 151/17) ab. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Es gibt jedoch kein BGH-Urteil, wie es Nasher gern verbreitet. Weitere Informationen dazu findet man hier.

 

11 Comments

  1. Dirk

    3. Oktober 2019 at 14:28

    Tja, schlecht verhandelt…

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  3. Pingback: Grieger-Langer: Profilerin mit Hang zur Lüge • MBA Journal

  4. Frauke Jacobs

    4. September 2018 at 15:27

    Frau Schwertfeger,
    vielen Dank für Ihre Mühe, Ihre Hartnäckigkeit!

    Und Nasher sagt, Menschen würden heute weniger lügen, weil alles transparent und überprüfbar sei…

    Da hat er also gewitzt nach einer tricky Lücke für sich gesucht und gefunden. Für eine unredliche, falsche Selbsterhöhung seiner Person gegenüber der Konkurrenz, seinen Kollegen/innen.

    Wär‘ toll, wenn es gelingt, die Revision beim BGH herbeizuführen! Es fällt schwer, die Münchener zu verstehen

    Herzliche Grüße

  5. Karl

    30. Mai 2018 at 14:04

    „… 2. Generell gab es kein Magister-Studium in Psychologie …“ Was an der Universität zu Köln sehr wohl möglich war:

    http://studium.histinst.uni-koeln.de/fileadmin/home/Studium/old/Magister/magister_PO.pdf

    • Bärbel Schwertfeger

      31. Mai 2018 at 8:41

      Vielen Dank für die Information. Das ist eine ähnliche Konstruktion wie die bei Herrn Nasher an der Uni Trier und daher auch kein Studium der Psychologie mit Abschluss Magister, sondern ein Magisterstudium mit drei Fächern, in dem Psychologie Nebenfachcharakter hat, wie Sie in dem Dokument nachlesen können:
      Psychologie
      1. Nachweis von hinreichenden Kenntnissen in Englisch.
      2. drei Leistungsnachweise, die in Veranstaltungen in drei der folgenden fünf Bereiche zu
      erwerben sind: Physiologische Psychologie, Differentielle Psychologie,
      Entwicklungspsychologie, Allgemeine Psychologie I oder Allgemeine Psychologie II.

      In Trier umfasste das „Psychologiestudium“ im damaligen Magister-Studiengang rund ein Viertel eines heutigen Bachelor-Studiums in Psychologie. Das dürfte hier vermutlich ähnlich sein.

  6. Habre

    4. Juli 2017 at 13:46

    Bravo Frau Schwerfeger, vielen Dank für die Aufklärung und Ihre Beharrlichkeit. Solche Scharlatane müssen entlarvt werden. Wer sich für Jack Nasher interessiert, sollte mal das SWR-Interview auf Youtube verfolgen. Seine Augenbewegungen verraten soviel wie Bill Clintons Griff an die Nase während seiner Vernehmung zur Lewinski-Affäre

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