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IMD startet ersten Dual-Degree-MBA

Von am 27. April 2015
© Schwertfeger

Am IMD in Lausanne haben im April die ersten Teilnehmer mit dem neuen IMD-CKGSB Dual Executive begonnen. Partnerschule ist die Cheung Kong Graduate School of Business (CKGSB) in Peking. Der Studiengang für erfahrene Führungskräfte besteht aus einer variablen Grundstufe und einer Mastery Stage, die die Teilnehmer in einer festen Klasse durchlaufen.

Für das IMD ist es eine Premiere. Erstmals vergibt die europäische Topschule einen MBA-Titel zusammen mit einer anderen Schule. Im April startete der neue IMD-CKGSB Dual Executive MBA, bei dem sich die Business School in Lausanne mit der Cheung Kong Graduate School of Business (CKGSB) in Peking zusammengetan hat und einen gemeinsamen Executive MBA für Führungskräfte mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung anbietet.

Zielgruppe des neuen IMD-CKGSB Dual Executive MBA (Studiengebühren 105.000 Schweizer Franken) sind sowohl Mitarbeiter aus europäischen Unternehmen, die in Asien expandieren als auch Manager aus chinesischen Unternehmen, die in Europa Firmen kaufen und natürlich auch chinesische Führungskräfte von multinationalen Konzernen in China. „Wir haben aber auch Gründer aus China, die ihr Wissen ausbauen wollen“, erklärt Professor Phil Rosenzweig, Programmdirektor des neuen Studiengangs. Voraussetzung für das Studium sei ein intensives Interesse an China und den Beziehungen zwischen Ost und West.

Um den Teilnehmern möglichst viel Flexibilität zu ermöglichen und gleichzeitig die Abwesenheitszeiten vom Arbeitsplatz zu reduzieren, hat sich die Schule eine ausgefeilte Programmstruktur ausgedacht. Sie besteht aus einer Foundation Stage – also einer Grundstufe – mit drei verschiedenen Varianten sowie einer Mastery Stage, die alle Teilnehmer im festen Klassenverband durchlaufen und die fünf einwöchige Module in London, Südafrika, der Schweiz sowie je ein Modul in Peking und Shanghai umfasst.

Bei der Foundation Stage können die MBA-Studenten wählen, ob sie 20 Tage am IMD verbringen oder zweimal zehn Tage an der CKGSB in China und zudem jeweils fünf Wochen Fernstudium absolvieren oder ob sie insgesamt 40 Tage am IMD und an der CKGSB lernen und sich dafür das Fernstudium ersparen. In der Mastery-Stufe gibt es dann keine Wahlmöglichkeiten mehr.

Hier müssen alle Teilnehmer an den fünf Modulen teilnehmen und in den Phasen dazwischen Assigments bearbeiten. Das sind Aufgaben, die sich stets mit Problemen oder Projekten im eigenen Unternehmen befassen. „In der Tiefe macht das keine andere Business School so konsequent“, behauptet Programmdirektor Rosenzweig.

Aufgrund der Bedeutung Chinas für die Unternehmen werde die Entscheidung für das Studium stärker als beim „normalen Executive MBA“ vonseiten der Firmen angetrieben und die Teilnehmer würden daher auch öfter finanziell unterstützt, glaubt der Professor. „Der Nutzen für das Unternehmen ist einfach noch viel eindeutiger.“

Obwohl das Programm, bei dem die Absolventen die MBA-Abschlüsse beider Schulen bekommen, bereits im April begonnen hat, ist ein Einstieg noch bis August möglich. Im November startet dann die Mastery Stage, wo die Klasse erstmals komplett zusammenkommt. Im ersten Durchgang rechnet Professor Rosenzweig mit 30 bis 40 Teilnehmern. Die kommen bisher unter anderem aus Russland, Korea, Italien oder der Schweiz. Deutsche sind noch nicht dabei.

Das IMD gehört es zu den international führenden Topschulen. Über 90 Prozent ihrer Einnahmen bestreitet die Schule aus dem Bereich Executive Education. Daneben gibt es ein kleines Vollzeit-MBA Programm mit 90 Teilnehmern sowie einen Executive MBA.

Die 2002 gegründete CKGSB ist eine private und unabhängige als Nonprofit-Organisation etablierte Managerschule. Sie bietet mehrere MBA-Studiengänge und Executive Eduation Programme an und hat neben ihrem Hauptcampus in Peking weitere Standorte in Shanghai und Shenzhen. Die CKGSB hat zudem bereits Büros in Hongkong und London. Zu ihren Absolventen gehören einige der prominentesten Unternehmer in China wie Jack Ma, Gründer und Executive Chairman der Alibaba Group.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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