IE Tower: Eröffnung mit königlichem Knopfdruck

Von am 9. November 2021
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Die IE University hat am 19. Oktober ihren neuen Campus im IE Tower in Madrid offiziell eröffnet. Den Startknopf drückte König Felipe VI. von Spanien. Der vertikale Campus ist ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der privaten Universität, die mit einer kleinen Business School begann.

180 Meter hoch, 35 Stockwerke und 64 Klassenzimmer mit Platz für 6.000 Studenten, ausgestattet mit modernster Technologie für den hybriden Unterricht, bei dem Studenten sowohl im Klassenzimmer als online teilnehmen können. Mit dem Bezug ihres vertikalen Campus hat die IE University in Madrid einen weiteren Meilenstein ihrer Geschichte erreicht. Insgesamt 50.000 Quadratmeter umfasst der neue Standort, der zudem über mehrere Aufenthaltsräume, kleine Meetingräume für die Teamarbeit, eine Ausstellungshalle und ein Auditorium mit Platz für 600 Zuschauer verfügt. Dazu kommen diverse Sporteinrichtungen wie eine große Sporthalle und ein Schwimmbad sowie 7.000 Quadratmeter Grünflächen. Der IE Tower ist der fünfte Wolkenkratzer in Madrid Nuevo Norte, dem derzeit größten Urbanisierungsprojekt in Europa, und erfüllt höchste Nachhaltigkeitsstandards.

Begonnen hat alles 1973 – und damit noch unter der Franco-Diktatur – mit der Gründung des Instituto de Empresa durch den heute 71-Jährigen Unternehmer Diego del Alcázar in den historischen Gebäuden an der Calle de María de Molina im Stadtteil Castellana. Im Laufe der Jahre wurde die kleine spanische Managerschule zu einer der führenden und innovativsten Business Schools in Europa. Sie fokussierte sich auf Entrepreneurship und Innovation und auf eine ganzheitliche Ausbildung auch jenseits der klassischen Wirtschaftsfächer. Bereits 2011 startete sie einen gemeinsamen Executive MBA mit der amerikanischen Brown University, einer Elite-Uni im Bereich „Liberal Arts“. Sie setzte schon früh auf den Online-Unterricht, präsentierte 2016 ihren WOW-Room und startete 2019 einen Tech MBA. Und sie vermarktete sich gut.

Bereits 1997 entstand die IE Foundation mit dem Ziel, zum Aufbau der spanischen Wirtschaft beizutragen und junge Menschen für die Wirtschaft auszubilden. Die Stiftung finanziert Stipendien und Forschung und sponsert Initiativen mit einem positiven sozialen Impact.

2006 kaufte die inzwischen als IE Business School firmierende noSchule die 1997 gegründete Universität SEK in Segovia, rund eine halbe Stunde Zugfahrt von Madrid entfernt. 2007 folgte die Gründung der IE School of Global & Public Affairs (zu Beginn: School of Arts and Humanities), 2008 die IE Law School und die IE School of Architecture & Design und 2015 die IE School of Human Sciences & Technology. Aus der ursprünglichen Business School entstand eine Universität mit fünf Fakultäten.

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Im neuen IE Tower studieren derzeit 4.000 Bachelor-Studenten. Dazu kommen rund 1.500 Bachelor-Studenten in Segovia, wobei die Studenten jährlich zwischen Madrid und Segovia wechseln können. 75 Prozent der Studenten stammen aus dem Ausland, vor allem aus Frankreich, den USA, Italien, Deutschland und Mexiko. Derzeit gibt es 325 deutsche Bachelor-Studenten. Im September begannen tausend neue Studenten, eine Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein Grund dafür ist sicher auch der professionelle Umgang mit der Pandemie. Die Universität stellte damals sofort ein Krisenkabinett unter Leitung der ehemaligen stellvertretenden UN-Generalsekretärin und heutigen Dekanin der IE School of Global & Public Affairs, Susana Malcorra, zusammen, das täglich über notwendige Maßnahmen beriet. So wurden zum Beispiel für infizierte Studenten aus dem Ausland eigene Wohnräume angemietet und für eine Betreuung gesorgt. Und schon früh wurde der hybride Unterricht eingeführt. Noch immer gibt es auf dem Campus strenge Gesundheitsprotokolle und Regeln sowie eine eigene Corona-Warn-App für alle Dozenten, Mitarbeiter und Studenten.

Ein Schlüssel für den Erfolg der IE University ist die Integration von Experten aus Wirtschaft und Politik. Auch für die Entwicklung des neuen Campus im IE-Tower holte sie sich einen Profi. Die Verhandlungen mit dem Bauherrn führte Juan José Güemes, ein langjähriger und erfahrener Politiker, der 2010 an die IE Business School kam und heute Präsident des International Center for Entrepreneurial Management ist. Als er 2014 den Mietvertrag für den IE Tower unterzeichnete, erschütterte gerade eine große Immobilienkrise das Land und er konnte sehr günstige Konditionen aushandeln. „Wir sind damals ein Risiko eingegangen, das sich heute ausgezahlt hat“, erzählt er. Heute sei die Miete für den IE Tower sogar geringer als die der anderen angemieteten Gebäuden. Derzeit ist die IE University in Madrid auf 22 Gebäude verteilt, vier davon sind im Besitz der Schule.

Während die Bachelor-Studenten im neuen IE Tower studieren, bleiben die Master-Studenten in den bisherigen Gebäuden an der Calle de María de Molina. Master-Studenten verbrächten deutlich weniger Zeit auf dem Campus, so Güemes. Derzeit gibt es 2.900 Master-Studenten, davon rund 1.000 MBA-Studenten (rund 400 im Fulltime-MBA, 460 im Executive MBA, 29 im Global Executive MBA und 172 im Global Online MBA sowie 20 im Tech MBA), darunter 123 Deutsche.

Bildung werde stark von einem akademischen Ansatz getrieben und er glaube nicht, dass der richtige Ansatz sei, erklärte der neue Dean der IE Business School und ehemalige McKinsey-Berater Lee Newman in einem Interview (mehr dazu später). Letztlich gingen die Studenten an eine Business School, um ihre Karrieremöglichkeiten zu verbessern. Der Amerikaner, der stets seinen Hintergrund in Verhaltenswissenschaften und Künstlicher Intelligenz betont, will das MBA-Programm mit Hilfe neuer Technologien stärker auf die „Transformation der Persönlichkeit“ ausrichten. Sein Vorgänger Martin Boehm ist seit September Rektor der EBS Universität in Wiesbaden und steht dort vor großen Herausforderungen.

Die Autorin reiste auf Einladung der IE University nach Madrid.  

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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