Harvard zahlt MBA-Studenten fünf Millionen Dollar zurück

Von am 19. Juli 2021
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Harvard hat seinen MBA-Studenten knapp fünf Millionen Dollar an Studiengebühren für die ausgefallenen Kurse im Ausland zurückgezahlt. Trotz Verlusten vor allem bei der Executive Education schreibt die Schule im vergangenen Finanzjahr schwarze Zahlen.

Die Harvard Business School hat ihren MBA-Studenten 4,7 Millionen Dollar an Studiengebühren für den gestrichenen Kurs “FIELD Global Immersion” zurückgezahlt, bei dem alle Studenten zu einem globalen Partnerunternehmen reisen müssen. Sie unterstützte ihre Studenten bei den Anschaffungskosten für die technische Ausrüstung, um an den Online-Klassen teilnehmen zu können. Und sie hat ihr “Summer Fellows Program” verdreifacht und 750 Studenten ein zusätzliches Gehalt bezahlt. Normalerweise bekommen das nur 250 Studenten, die ihr Praktikum im sozialen Sektor oder bei einem Start-up absolvieren. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wurden viele der mehrmonatigen und in der Regel gut bezahlten Sommer-Internships gestrichen. Die Zahlen stammen aus dem neuen Jahresbericht der Schule.

Rund die Hälfte der 1.877 MBA-Studenten bekommt Stipendien, die durchschnittlich rund die Hälfte der jährlichen Studiengebühren umfassen. Die liegen derzeit bei 73.440 pro Studienjahr, also bei 146.880 Dollar für das zweijährige Studium. Rund 26 Prozent der Studiengebühren – mehr als 35 Millionen Dollar – wurden im Finanzjahr 2020 als Stipendien vergeben. Insgesamt gab die Business School im Finanzjahr 40 Millionen Dollar für “MBA Fellowships” aus. Im Vorjahr waren es 38 Millionen.

Damit sanken die Einnahmen aus den MBA-Studiengebühren von 140 auf 136 Millionen Dollar. Das Ausmaß der finanziellen Unterstützung derStudenten während der Pandemie erscheint selbst für US-Topschulen ungewöhnlich, ist aber mit dem riesigen Stiftungsvermögen der Harvard Business School und ihrer stabilen Finanzlage begründet.

Zwar gingen die Einnahmen in dem im Juni endenden Finanzjahr 2020 um sieben Prozent oder 64 Millionen Dollar auf 861 Millionen Dollar zurück. Auch die Spenden halbierten sich von 150 auf 75 Millionen Dollar. Dennoch schreibt Harvard schwarze Zahlen und erzielte einen Betriebsüberschuss von 30 Millionen Dollar. Das Stiftungsvermögen erhöhte sich von 4,0 auf 4,1 Milliarden Dollar.

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Wie bei allen Business Schools war vor allem die Executive Education stark durch die Pandemie betroffen. Zunächst wurden die Programme an internationalen Orten im Mittleren Osten und Asien gestrichen, später auch die am Campus in den USA. Im Juni wechselte die Schule dann zu Online-Programmen. Dennoch sanken die Einnahmen um 76 Millionen Dollar auf 146 Millionen Dollar. Im Vorjahr waren es noch 222 Millionen Dollar. Damit machten die Einnahmen aus der Executive Education nur noch 17 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Im Vorjahr waren es noch 24 Prozent.

Im Gegensatz dazu verdoppelten sich die Betriebsüberschüsse aus den Online-Angeboten auf 10,2 Millionen Dollar. Die Einnahmen stiegen um 35 Prozent von 43 auf 58 Millionen Dollar.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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