Harvard: Neuer Rekord bei Stipendien

Von am 23. August 2019
Harvard Business School Harvard University

Die Harvard Business School hat im vergangenen Jahr 37 Millionen Dollar für MBA-Stipendien bereit gestellt. Das sind fünf Millionen Dollar mehr als 2016.

Derzeit bekommt rund die Hälfte der aktuell 1.870 MBA-Studenten finanzielle Unterstützung, die im Durchschnitt mehr als 50 Prozent der Studiengebühren abdeckt. Dabei stieg die durchschnittliche Geldspritze je Student von 37.312 Dollar im Vorjahr auf 38.959 Dollar, wobei natürlich nicht jeder Student ein Stipendium erhält und die Höhe der Unterstützung ebenfalls unterschiedlich ist. Die Studiengebühren für das zweijährige MBA-Studium liegen derzeit bei 73.440 Dollar pro Jahr, also insgesamt bei 146.880 Dollar.

Zählt man die Stipendien für Doktoranden und Teilnehmer an Executive Education Programmen dazu, kommt man auf eine Stipendiensumme von 50 Millionen Dollar, zwei Millionen Dollar mehr als im Vorjahr. Auch die Investitionen in die Forschung haben sich von 136 Millionen Dollar auf 144 Millionen Dollar erhöht.

Die Einnahmen der Business School stiegen um sieben Prozent auf 856 Millionen Dollar. Der größte Teil kommt aus den Bereichen Harvard Business Publishing, Executive Education und HBS Online. Die Einnahmen der Publishing Group, die Fallstudien, Bücher und die Zeitschrift Harvard Business Review verkauft, stiegen um 19 Millionen Dollar oder fast neun Prozent auf 240 Millionen Dollar. Die internationalen Verkäufe nahmen um 15 Prozent zu und machen 36 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen der Publishing Group aus. Harvard verkaufte im vergangenen Jahr mehr als 15 Millionen Fallstudien – ein neuer Rekord. Sie werden vor allem von Business Schools für den Unterricht genützt.

Auch die Einnahmen aus der Executive Education sind gegenüber dem Vorjahr um 16 Millionen Dollar auf 207 Millionen Dollar gestiegen. Die Steigerung basiere vor allem auf mehr Raumkapazitäten durch die neuen und neu renovierten Gebäude wie die Tata Hall, Esteves Hall und das Chao Center, heißt es im Finanzreport. Sie hätten es ermöglicht, die Zahl der hochpreisigen firmeninternen und globalen Programme zu erhöhen. Zudem gibt es sieben neue Programme und das firmeninterne Angebot wurde diversifiziert.

Die Einnahmen aus den MBA-Studiengebühren lagen bei 138 Millionen Dollar und damit an vierter Stelle hinter den Zuteilungen aus dem Stiftungsvermögen (“Endowment Distributions”). Mit einem Stiftungskapital von 3,8 Milliarden Dollar ist die Harvard Business School die reichste Business School der Welt.

Der Online-Bereich bleibt dagegen weiter in den roten Zahlen. Trotz Einnahmesteigerungen von 58 Prozent, berichtet HBS Online einen Verlust von fünf Millionen Dollar. Die Einnahmen aus den Online-Angeboten stiegen von zwölf auf 19 Millionen Dollar. Die Zahl der Teilnehmer an Online-Kursen nahm um 38,4 Prozent auf 11.995 zu. Im Vorjahr waren es erst 8.665. Neben dem Flaggschiff-Programm CORe, einer Einführung in Wirtschaft für Studenten und Absolventen aus wirtschaftsfernen Fächern, gibt es drei neue Online-Kurse zu den Themen: Entrepreneurship, Becoming a Better Manager und Sustainable Business Strategy.

“HBS Online bleibt im Start-up-Modus,” schreibt Chief Financial Officer Richard Melnick. Obwohl man eine Zunahme der Einnahmen von fast 50 Prozent erwarte, würden die Online-Aktivitäten wohl auch im nächsten Jahr keine der Gewinn generierenden Aktivitäten werden.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Ein Kommentar

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