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Grenoble Business School: Lernen mit Comics

Von am 15. Dezember 2014
© BS

An der Grenoble Ecole de Management erforscht man, wie MBA-Studenten und Manager künftig mit Fallstudien in Form von Comics lernen können.

„Studenten und auch Manager wollen heute nicht mehr 40seitige Fallstudien lesen“, erklärt Séverine Le Loarne, Leiterin der Abteilung Management, Technologies & Strategies an der Grenoble Ecole de Management. Die Professorin forscht daher dazu, wie man Inhalte besser behalten und gleichzeitig Zeit sparen kann. Dabei setzt sie auf Comics.

Schließlich sei bekannt, dass man sich konkrete Beispiele und Bilder deutlich besser merken kann. Natürlich fehlten in der verkürzten Darstellung der Comics Informationen, aber das sei eben wie im realen Leben, so Le Loarne. So diene die Comic-Geschichte nur als Ausgangspunkt für die Diskussion, in der dann die fehlenden Dinge ergänzt werden

Eingesetzt werden die Comics sowohl im Studium als auch bei Weiterbildungskursen für Unternehmen. Angeboten wird ein kostenloses Programm für Studenten auf der Website etudiants.lepoint.fr sowie eine Reihe von Comics, um Management zu lehren. Die Business School beschäftigt derzeit drei Illustratoren und produziert pro Monat zwei Comics.

„Management BD” wird in Partnerschaft mit dem Forschungsinstitut IRT Grenoble Nanoelec und dem Verlag Glénat Concept veröffentlicht. Jeder Comic umfasst neun Seiten. Die Leser haben die Möglichkeit, damit die Grundlagen von Strategie wie etwa die Analyse der Wettbewerbskräfte oder das Geschäftsmodell, aber auch die Rolle der Stakeholder zu reflektieren. Jeder Comic wird mit einem ein- bis dreitägigen Managementtraining begleitet.

Der erste Teil der von Séverine Le Loarne geschrieben und von Roger Brunel gezeichneten Comics “Strategy intro the Nanolie country“ zeigt die drei Stufen des Geschäftslebens von „Nanolie“ auf humorvolle Weise und soll die Teilnehmer im Bereich Unternehmensstrategie in der Nanotechnologie schulen. „Strategy Nanolie country” wurde dabei bei 13 Mittelmanagern der ST Microelectronics Gruppe getestet. Im nächsten Schritt soll es Comics zum Innovationsmanagement und Entrepreneurship im Bereich der Nanotechnologie geben.

Das Lernen mit Comics zeigte bei den Tests folgende Vorteile:

1.  Comics sind unterhaltend und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie eignen sich daher besonders für den Beginn von Vorlesungen.

2. Der erzählerische Rhythmus verfolgt eine subtile Art, Informationen zu vermitteln – ganz im Gegenteil zu den üblichen Fallstudien, in denen zunächst der Hintergrund, dann die Fragen und zusätzliche Hilfen zur Lösung des Falls präsentiert werden. Im Comic ist alles vermischt – wie in der Realität, wo man die Informationen auch nicht in getrennten Häppchen bekommt.

3. Im Comic ist alles Information, inklusive des Gesichtsausdrucks oder der Körperhaltungen der Figuren. Er enthält daher immer auch eine Interpretation der Sachlage.

4. Comics eignen sich daher vor allem dazu, eine für das strategische Management wichtige Fähigkeit zu lernen: das Erkennen von Informationen, ihre Evaluation und ihre Interpretation.

5. Und letztlich dienen Comics – wie alle Fallstudien – dazu, die Inhalte des Kurses zu anzuwenden und zu vertiefen. Dabei stellen Comics unterstützend auch noch visuelle Bilder bereit.

Die Grenoble Ecole de Management (GEM), zu der auch die internationale Grenoble Graduate School of Business (GGSB) gehört, ist einer der führenden Business Schools in Frankreich und bietet sowohl einen Vollzeit-MBA als auch mehrere Teilzeit-MBA-Programme in Grenoble, Moskau, Tiflis und London an. Sie gehört zu den wenigen Schulen mit der Triple Crown – das heißt der dreifachen Akkreditierung von AACSB, AMBA und EQUIS.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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