GMAC-Studie: MBA weiter hoch im Kurs

Von am 25. April 2022

Eine neue GMAC-Studie zeigt, dass der MBA durch die Pandemie nicht an Wert verloren hat. Allerdings bleibt die Skepsis gegenüber Online-Studiengängen.

Vier von fünf Studieninteressenten weltweit sind weiter der Meinung, dass ein betriebswirtschaftlicher Hochschulabschluss dazu beiträgt, sich im Job an anderen abzuheben. Am meisten sind davon Kandidaten aus Indien und den USA überzeugt. Das zeigt die Umfrage „GMAC Prospective Students Survey“ des Graduate Management Admission Council (GMAC), das auch den Zulassungstest GMAT verwaltet.

Der Vollzeit-MBA bleibt die beliebteste Studienform. 43 Prozent der angehenden Studenten wollen ihren MBA in einem Vollzeit-Format erwerben, entweder in einem zweijährigen (22 Prozent) oder einem einjährigen (21 Prozent) Studiengang.

Bei den Befragten aus den USA, die in den USA studieren wollen, ist die Präferenz für ein einjähriges MBA-Programm von 2019 bis 2021 von 15 auf 19 Prozent gestiegen. Von den Kandidaten, die ihr Studium in Westeuropa absolvieren wollen, bevorzugen 22 Prozent einen einjährigen Vollzeit-MBA, gefolgt vom Master of Finance (13 Prozent) und Master in Management (11 Prozent).

Gleichzeitig ist das Interesse an hybriden Angeboten gestiegen. Insgesamt bevorzugen 20 Prozent der befragten Kandidaten hybride Programme, vor der Pandemie waren es 14 Prozent. Ein Anstieg ist in allen Bewerbersegmenten zu verzeichnen. Beim Professional MBA sind es 44 Prozent, beim Vollzeit-MBA 13 Prozent. Allerdings glauben fast drei von vier der Befragten (73 Prozent), dass Online-Studiengänge nicht den gleichen Wert bieten wie Präsenzstudiengänge.

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Fast vier von fünf Befragten sind nicht der Meinung, dass die Networking-Möglichkeiten bei einem Online-MBA gleichwertig sind, und zwei von drei Befragten halten die Karrieremöglichkeiten für nicht gleichwertig. Diese negativen Ansichten haben sich jedoch zwischen 2020 und 2021 leicht abgeschwächt.

Für Interessenten an einem Vollzeit-MBA sind die wichtigsten Bereiche, in denen sie ihre Fähigkeiten entwickeln möchten, Problemlösungskompetenz (76 Prozent), das Management von Human Capital (71 Prozent) und Datenanalyse und Dateninterpretation (69 Prozent).

Quelle: GMAC

Westeuropa und die USA sind mit jeweils 39 Prozent weiter die beliebtesten Studienziele. Kanada liegt mit 14 Prozent auf Platz 3. Interessenten aus Zentral- und Südasien sind jedoch weniger mobil. So bevorzugen nur noch 73 Prozent ein internationales Studium. 2019 waren es noch 89 Prozent.

Das Interesse an Jobs im Technologiebereich ist seit 2019 global von 34 auf 37 Prozent gestiegen. Das gilt vor allem für Studieninteressenten (49 Prozent), die keinen Undergraduate-Abschluss in Business haben. Die Hälfte der Interessenten für Jobs im Technologiebereich sind daher Karrierewechsler. Der Frauenanteil liegt bei 32 Prozent

32 Prozent der Kandidaten wollen mit dem Wirtschaftsstudium ihre Karriere wechseln. Vor der Pandemie waren es ebenfalls 32 Prozent. Bei den Amerikanern liegt der Anteil mit 42 Prozent deutlich höher, hat sich aber durch die Pandemie nicht signifikant verändert.

Die für Karrierewechsler interessantesten Branchen sind Products&Services (58 Prozent), Consulting (54 Prozent) und Technologie (50 Prozent). Die beliebtesten Jobfunktion ist – wie bereits vor der Pandemie – Berater mit 77 Prozent.

Global wollen 24 Prozent der weiblichen Befragten und 31 Prozent der männlichen Befragten CEO eines Unternehmens werden. Deutlich höher ist der Anteil bei den Frauen in Zentral- und Südasien mit 34 Prozent. In Mexiko, der Karibik und Lateinamerika geben 30 Prozent der Frauen dieses Ziel an.

Für die Studie wurden 6.594 Personen in 156 Ländern weltweit befragt, die 2021 Interesse an einem Wirtschaftsstudium bekundet haben. Mit 1.749 kommen die meisten aus Zentral- und Südasien, wobei die Staatsangehörigkeit und nicht der Wohnort zählt. 1.075 sind Amerikaner und 963 kommen aus Westeuropa.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.