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Gisma startet MBA mit der Maastricht School of Management

Von am 23. März 2014

Die Gisma Business School in Hannover bietet ab Mai zusammen mit der niederländischen Maastricht School of Management ein neues MBA Programm in Hannover an. Zielgruppe sind vor allem internationale Studenten. Einen MBA-Titel der Gisma bekommen sie allerdings nicht. Denn mit der Insolvenz im letzten Jahr endete nicht nur die Kooperation mit der Purdue University, sondern auch die mit der Leibniz Universität. Letztere soll jedoch neu belebt werden.

„Die Kooperation (mit der Maastricht School of Management) ist der nächste große Schritt nach der Übernahme der Gisma durch die internationale Bildungsgruppe Global University Systems vor fünf Monaten“, heißt es in der Pressemeldung. Die Gisma sei damit weiter auf dem Weg, sich „lokal und international noch erfolgreicher“ aufzustellen.

So richtig erfolgreich war die Gisma bisher allerdings nicht. Im September 2013 hatte das Bildungsunternehmen Global University Systems (GUS) mit Sitz in London die insolvente Business School übernommen. Ziel sei es, das Studienangebot auszubauen und global zu vermarkten, erklärte dazu GUS-CEO Maurits van Rooijen.

Der neue Gisma/MSM MBA, der bereits im Mai beginnt, wird in drei Studienformaten angeboten. Es gibt einen International MBA (18 Monate mit Deutschkurs), einen Fast-Track MBA (12 Monate) und einen Part-time MBA (24 Monate). Dabei reiht sich die Gisma offenbar ein in die Palette der „International MBA Programme“, die die Maastricht School of Management (MSM) bereits in China, Peru, Russland und Vietnam anbietet.

Das Problem sei gewesen, dass man möglichst schnell ein neues Programm anbieten musste, um wieder sichtbar zu sein und nicht die AMBA-Akkreditierungen zu verlieren, erklärt van Rooijen. Dabei habe sich die MSM sehr kooperativ gezeigt und es ermöglicht, das neue MBA-Programm an die Bedürfnisse in Hannover anzupassen. Auch die Kooperation mit der Leibniz Universität solle fortgeführt werden. Aber das dauere eben.

Allerdings ist van Rooijens Aussage in der Pressemeldung zumindest verwirrend. Dort heißt es, das neue Programm bietet den Teilnehmern „eine doppelte Akkreditierung von sowohl Gisma als auch MSM“. Nun ist es zwar richtig, dass die Gisma von der AMBA akkreditiert wurde, doch diese Akkreditierung bezog sich auf die bisher angebotenen Programme und nicht auf das neue Programm. Dementsprechend steht die neue Re-Akkreditierung durch die AMBA erst an.

Mit der staatlichen Anerkennung in Deutschland hat die AMBA-Akkreditierung jedoch nichts zu tun. Das gilt auch für die MSM. Denn ob der MBA-Titel des neuen Studiengangs in Hannover überhaupt in Deutschland geführt werden darf, ist fraglich. Von der zuständigen Accreditation Organisation of the Netherlands and Flanders NVAO wurde nur der Vollzeit-MBA in Maastricht akkreditiert, weil die NVAO grundsätzlich keine Studiengänge im Ausland akkreditiert.

Weiter heißt es in der deutschen Pressemeldung: „Die Teilnehmer werden an der Gisma in Hannover studieren und neben dem doppelten Abschluss auch von den Karrieremöglichkeiten in Niedersachsen profitieren.“ Doch das ist eindeutig falsch. Denn die Gisma selbst kann keinen MBA-Titel vergeben. Bisher kooperierte die Schule daher mit der Krannert School of Management an der Purdue University und der Leibniz Universität in Hannover. Doch mit der Insolvenz wurden die Kooperationsverträge hinfällig. Einen MBA-Abschluss gibt es daher bisher nur von Maastricht.

Die deutsche Pressemeldung sei falsch, vermutlich ein Übersetzungsfehler, gesteht van Rooijen. Merkwürdig ist allerdings auch, dass in Deutschland offenbar niemand die Pressemeldung bekommen hat. Man habe das an eine PR-Agentur gegeben, die sich um den Versand kümmern sollte, so der GUS-CEO.

Dass das neue Programm gerade mal drei Monate vor Studienbeginn – und damit sehr kurzfristig – bekannt gegeben wurde, begründet er mit dem Druck, unter dem man derzeit stehe. „Wir müssen alles wieder neu aufbauen und neue Professoren gewinnen, obwohl die Gisma derzeit keine Einnahmen hat“, so van Rooijen. Das sei ein enormes Investment für das Bildungsunternehmen, für das man aber langfristig stehe und dabei auch Verluste einkalkuliere. „Wir wollen die Gisma zu einer Topschule in Deutschland machen, auch wenn wir dafür sicher einige Jahre benötigen“, so der GUS-Chef.

Dabei setzt das Bildungsunternehmen vor allem auf internationale Studenten, für die ein Studium in Deutschland interessant ist, und seine weltweit starke Marketingpräsenz. So habe man schon in der ersten Woche mehrere Dutzend Bewerbungen für das neue MBA-Programm bekommen. Ausschlaggebend dafür dürfte aber auch der günstige Preis sein. So liegen die Studiengebühren für alle drei Studienvarianten bei 15.000 Euro. Zudem gibt es Stipendien.

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Ein Kommentar

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