FT-Ranking: Warwick mit bestem Online-MBA

Von am 15. März 2022
Online-MBA Warwick

Der Online-MBA der Warwick Business School erreicht im neuen FT-Ranking zu Online-MBAs bereits zum fünften Mal Platz 1. Diesmal wurden nur zehn Studiengänge gekürt, was den boomenden Markt für Online-MBAs in keinster Weise abbildet.

Die Financial Times hat den „Warwick MBA by Distance Learning“ erneut als besten Online-MBA bewertet. Damit steht die britische Business School im Ranking zu Online-MBAs bereits zum fünften Mal hintereinander auf dem Siegerpodest.

Auf Platz 2 landet die Imperial College Business School, die 2021 erstmals in der Rangliste auf Platz 3 vertreten war. Die IE Business School in Madrid verliert mit ihrem „Global Online MBA“ einen Platz und kommt auf Rang 3. Der MBA@UNC der Kenan-Flagler Business School an der University of North Carolina hält sich auf Platz 4.

Rang 5 geht an den „Online MBA“ der Warrington Business School an der University of Florida (Vorjahr Platz 6). Die italienische School of Management am Politecnico di Milano, die im letzten Jahr auf Platz 8 vertreten war, verbessert sich auf Platz 6.

Es folgen die britische Durham University Business School mit ihrem „Online MBA“ auf Platz 7 und die Australian Graduate School of Management (AGSM) an der University of New South Wales auf Platz 8. Die University of Nebraska – Lincoln erreicht Platz 9 und die britische University of Bradford Platz 10.

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Sieger Warwick punktet vor allem mit dem hohen Gehalt seiner Alumni mit durchschnittlich 192.016 Dollar (Vorjahr: 207.725). Der Gehaltszuwachs drei Jahre nach dem Abschluss beträgt 35 Prozent. Beim Kriterium Karrierefortschritt liegt die britische Schule auf Platz 2. Platz 1 geht an die Imperial College Business School, die mit 192,016 Dollar das zweithöchste Gehalt hat.

Wie bei allen FT-Rankings sind die Höhe des Gehalts und die Gehaltssteigerung das wichtigste Kriterium und machen 30 Prozent der Bewertung aus, was gerade beim Online-MBA höchst fragwürdig ist. Denn laut FT ist größte Motivation, einen Online-MBA zu starten, die damit verbundene persönliche Entwicklung. Ein höheres Gehalt liegt erst auf dem zweiten Platz. Und anders als die Studierenden in einem Vollzeit-MBA wollen sie auch seltener ihren Arbeitgeber wechseln.

Insgesamt wurden 18 Kriterien einbezogen. Die meisten internationalen Studenten hat die spanische IE Business School mit 92 Prozent. Sie führt auch – bereits seit 2019 – beim Kriterium ESG (environmental, social and governance).

Lediglich mit zehn Prozent wird die Online-Interaktion bewertet, also wie gut der Austausch zwischen Studenten, Teams und Professoren ist – eigentlich eines der entscheidenden Kriterien für einen guten Online-MBA. Hier führt die Warrington Business School an der University of Florida. Das Imperial College, das über eine eigene, sehr interaktive Plattform verfügt, landet nur auf Platz 7. Sieger Warwick liegt auf Platz 6.

Fragwürdig ist auch das hohe Gewicht des Kriteriums FT research rank, das zehn Prozent der Bewertung ausmacht und bei dem die Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen der gesamten Fakultät bewertet wird, wobei die Professoren vermutlich selten im Online-MBA unterrichten.

Doch nicht nur die Kriterien und deren Gewichtung sind fragwürdig, noch problematischer ist es, dass das Ranking mit nur zehn bewerteten Programmen den Online-Markt auch nicht annähernd abbildet. So hat U.S. News allein in den USA mehr als 350 Programme gerankt. Dort liegt die Kelley School of Business an der Indiana University auf Platz 1. 2021 war sie auch noch im FT-Ranking vertreten und lag auf Platz 5. Diesmal hat sie offenbar – wie viele andere Schulen – nicht teilgenommen. Ebenfalls nicht mehr gelistet sind die US-Schulen University of Maryland, das Babson College, die University of Utah und die Arizona State University.

Insgesamt haben nur 29 Schulen in diesem Jahr am Ranking teilgenommen, eine weniger als im Vorjahr. Die Zahl ihrer MBA-Studierenden ist dabei von 11.295 im Jahr 2020 auf 15.384 in 2022 gestiegen. Einige dieser Schulen (offenbar die Mehrheit) erfüllten die Voraussetzungen nicht, weil zu wenige Alumni an der Befragung der FT teilgenommen hatten. Teilnehmen können zudem nur Schulen, die von AACSB oder EQUIS akkreditiert sind, deren Programm seit vier Jahren läuft. Neuere Online-MBAs wie die von der WHU oder der ESMT erfüllen daher noch nicht die Voraussetzungen. Weiter müssen 70 Prozent der Inhalte online geliefert werden. Die Studierenden müssen einen Auswahlprozess durchlaufen und eine Prüfung am Ende ablegen. Die Daten basieren auf zwei Umfragen bei den Schulen (acht Kriterien) und bei den Alumni, die ihren Online-MBA 2018 abgeschlossen haben (neun Kriterien).

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.