FT-Ranking: Dominanz der US-Schulen

Von am 15. Februar 2022
Wharton School

Nach ihrer Abstinenz 2021 sind die führenden US-Schulen im neuen FT-Ranking Global MBA zurück und erobern die meisten Spitzenplätze. Auf Platz 1 liegt die Wharton School.

Neues Glück, neues Spiel. Nachdem etliche führende US-Schulen im vergangenen Jahr nicht am MBA-Ranking teilgenommen hatten, sind sie 2022 wieder dabei und wirbeln die neue Global-MBA-Rangliste der Financial Times durcheinander.

Die Wharton School war 2021 nicht dabei, 2020 lag sie auf Platz 2 und in diesem Jahr erreicht sie den Spitzenplatz. Auf Platz 2 liegt die Columbia Business School, die sich von Platz 8 vor zwei Jahren gleich um sechs Plätze verbessert. INSEAD, das 2021 von der Abwesenheit der US-Schulen profitierte und auf Platz 1 landete, erreicht diesmal Platz 3 zusammen mit der Harvard Business School, die 2020 auf dem ersten Platz lag.

Es folgen auf Rang 5 die Kellogg School of Management (Vorjahr Platz 6), die Stanford Graduate School of Business auf Platz 6 (2020 lag sie noch auf Platz 3) und die Chicago Booth School of Business auf Platz 7 (vier Plätze schlechter als im Vorjahr).

Die London Business School, im Vorjahr noch auf Platz 2, landet diesmal auf Platz 8. Die Yale School of Management verschlechtert sich von Platz 4 auf Platz 9, die spanische IESE Business School von Platz 4 auf Platz 10.

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Damit liegen sieben US-Schulen unter den Top Ten. Grund dafür sind vor allem auch die hohen Gehälter, was einmal an der boomenden Wirtschaft und zum anderen an den traditionell hohen Gehaltssteigerungen durch einen MBA-Abschluss in den USA liegt. Obwohl die Kritik daran seit Jahren groß ist, machen das Gehalt und der Gehaltszuwachs nach wie vor 40 Prozent der Bewertung beim FT-Ranking aus.

So punktet Wharton mit einem Gehalt von 238.741 Dollar und damit mit dem höchsten Gehalt in der Rangliste. Selbst Harvard kommt „nur“ auf 206.219 Dollar. Unter den Top 10 weisen sechs US-Schulen ein Gehalt über 200.000 Dollar aus. Außerhalb den USA erreicht keine Schule diese Schwelle, nicht einmal die Schulen aus China, die regelmäßig von der Anpassung der Kaufkraftparität profitieren. So liegt das Gehalt an der CEIBS in Shanghai „nur“ bei 170.697 Dollar.

Beim FT-Ranking wird das in US-Dollar umgerechnete Gehalt entsprechend der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, kurz PPP) an die lokale Kaufkraft angepasst. Das führt zu teils absurden Verzerrungen, von denen vor allem die Schwellenländer profitieren. Denn für einen Dollar kann man in China oder Indien nun mal mehr kaufen als in der Schweiz. Daher ist das Gehalt an der Indian School of Business auch fast so hoch wie am Schweizer IMD.

17 der Top 25 kommen aus den USA, sechs aus Europa, zwei davon aus Großbritannien und zwei aus Asien. Auch insgesamt dominieren die US-Schulen mit der Hälfte der gerankten Top 100 die Rangliste. Die andere Hälfte teilt sich der Rest der Welt. Den US-Schulen, die bereits seit längerem kritisieren, beim FT-Ranking würden internationale Schulen bevorzugt, dürfte das sehr entgegen kommen.

Zu den europäischen Schulen unter den Top 25 gehören die HEC Paris auf Platz 11 (Vorjahr Platz 7), die SDA Bocconi School of Management auf Platz 13 (Vorjahr Platz 12) und die Cambridge Judge Business School auf Platz 22 (Vorjahr Platz 16).

Weitere Schulen unter den Top 50 sind das IMD auf Platz 28 (Vorjahr Platz 19), die Oxford Said Business School auf Platz 31 (Vorjahr Platz 17), die spanische ESADE Business School auf Platz 34 (Vorjahr Platz 20) und damit gleichauf mit der britischen Imperial College Business School, einem der wenigen Gewinner im diesjährigen Ranking (Vorjahr Platz 44). Die spanische IE Business School auf Platz 40 (Vorjahr Platz 39) und die Alliance Manchester Business School auf Platz 43 (Vorjahr Platz 30) schaffen es ebenfalls unter die Top 50.

Plätze einbüßen mussten die deutschen Schulen. Die beste Business School ist die Mannheim Business School auf Platz 72 (Vorjahr Platz 58). Zweitbeste ist die WHU – Otto Beisheim School of Management auf Platz 74 (Vorjahr Platz 54), gefolgt von der ESMT auf Platz 88 (Vorjahr Platz 80). Auch die Universität St. Gallen schneidet schlechter ab und fällt von Platz 76 auf Platz 64.

Laut Analyse des MBA-Portals Poets&Quants verschlechterten sich 69 der 91 Schulen, die auch 2021 am Ranking teilgenommen hatten. Mehr als Drittel (33 Schulen) mussten sogar zweistellige Verluste hinnehmen. Rausgefallen ist die Hult International Business School (Vorjahr Platz 99).

Neueinsteiger sind die Peking University auf Platz 42, die ESCP Business School, die auch einen Campus in Berlin hat, auf Platz 52, die Tongji University in China auf Platz 65 und die School of Management am Politecnico di Milano auf Platz 91.

Das Ranking berücksichtigt 20 Kriterien. Acht Kriterien basieren auf den Antworten der Alumni und machen insgesamt 61 Prozent der Bewertung aus. Elf Kriterien werden durch die Angaben der Schulen berechnet und zählen zu 29 Prozent. Die Forschungsleistungen der Professoren werden mit zehn Prozent bewertet.

An dem Ranking nahmen in diesem Jahr 151 Schulen (Vorjahr 143 Schulen) teil. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Akkreditierung durch die AACSB oder EQUIS.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.