Executive MBA: HEC Paris auf Platz 1 im FT-Ranking

Von am 18. November 2019
Executive MBA HEC Paris Absolventen an der HEC Paris

Im neuen Ranking der Financial Times zu den weltweit besten Executive MBAs steht erstmals die HEC Paris auf dem Spitzenplatz. Bestes deutsches Programm ist der Kellogg-WHU Executive MBA auf Platz 34.

Künftig wolle die HEC Paris zu den zehn besten Business Schools der Welt gehören, betonte Dean Peter Todd im November 2017 bei einem Alumni-Treffen. Und das geht offenbar rasant, wenn man es geschickt anstellt. Denn in dem neuen Ranking der Financial Times zu Executive MBAs steht die HEC Paris auf Platz 1. 2017 war die Schule noch nicht einmal im Ranking vertreten, 2018 lag sie auf Platz 6 und in diesem Jahr schon auf Platz 1. Da wäre eine genauere Analyse sicher aufschlussreich. Doch detaillierte Angaben zu den Teilnehmern findet man auf der Website der Schule nicht.

Als Konkurrenten in Europa sah der HEC-Dean damals nur zwei Schulen: die London Business School (LBS) und INSEAD. Die hat die HEC Paris nun deutlich hinter sich gelassen. Die LBS landet auf Platz 8 und verbessert sich damit um sechs Plätze. INSEAD verschlechtert sich dagegen um sechs Plätze und landet auf Platz 19.

Ein Grund für den Spitzenplatz ist sicher das auffallend hohe Gehalt an der HEC Paris. Das liegt mit 406.149 Dollar fast 84.000 Dollar höher als im Vorjahr. An der LBS sind es dagegen „nur“ 292.023 Dollar, am INSEAD 285.508 Dollar. Beim FT-Ranking zählt mit 40 Prozent vor allem das Gehalt bzw die Gehaltssteigerung

Mit ihrem kometenartigen Aufstieg verdrängt die HEC Paris den bisherigen Sieger Kellogg/HKUST auf Platz 2. Neun Mal in zwölf Jahren stand das Programm der Kellogg School of Management mir der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) auf Platz 1. Einen Platz schlechter schneidet auch der Trium Global Executive MBA ab, an dem die HEC Paris neben der London School of Economics und der Stern School of Business an der New York University beteiligt ist. Auf Platz 4 landet – wie im Vorjahr – der EMBA-Global Asia, den die Columbia Business School mit der University of Hong Kong und der London Business School (LBS) anbietet. Die CEIBS in Shanghai bleibt wie im Vorjahr auf Platz 5.

Um acht Plätze auf Rang 6 verbessern kann sich der gemeinsame EMBA-Global der Columbia Business School in New York und der London Business School. Platz 7 geht an den Washington-Fudan EMBA der Olin School of Business an der Washington University. Das TIEMBA-Programm der Pekinger Tsinghua University zusammen mit INSEAD (in den beiden Vorjahren auf Platz 3) erreicht nur noch Platz 9. Und auf Platz 10 liegt die Oxford Said Business School, die sich um sieben Plätze verbessert.

Damit kommen fünf der zehn besten Programme aus China oder sind gemeinsame Programme mit einer chinesischen Business School. Im vergangenen Jahr waren es sechs Programme. Da das Gehalt bzw die Gehaltssteigerung jeweils entsprechend der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, PPP) umgerechnet wird, profitieren Schulen aus China und Schulen in Schwellenländern von der höheren Kaufkraft des Dollars und es kommt zu teils abstrusen Verzerrungen. So haben – mit Ausnahme der HEC Paris – ausschließlich Schulen aus China oder mit chinesischer Beteiligung ein Gehalt von mehr als 400.000 Dollar. Und die Indian Business School kommt auf sagenhafte 353.666 Dollar, das IMD in der teuren Schweiz dagegen nur auf 278.336 Dollar.

Die ESCP Europe mit sechs Standorten in Europa, darunter auch einem Campus in Berlin, erreicht Platz 11 (Vorjahr Platz 14). Der Kellogg-WHU Executive MBA liegt auf Platz 34 (Vorjahr Platz 28), die ESMT auf Platz 38 (Vorjahr Platz 39). Der ESSEC-Mannheim Executive MBA kommt auf Platz 45 (Vorjahr Platz 47). Der Mannheim-Tongji Executive MBA gemeinsam mit der chinesischen Tongji University verliert sieben Plätze und landet auf Platz 59. Die Frankfurt School verbessert sich um 13 Plätze und kommt auf Rang 80.

Die WU Wien Executive Academy mit ihrem gemeinsamen Programm mit der amerikanischen Carlson School of Management verschlechtert sich um drei Plätze und landet auf Platz 48 (Vorjahr Platz 45). Die Universität St. Gallen verbessert sich um elf Plätze und kommt auf Rang 45. Die Universität Zürich, die letztes Jahr nicht im Ranking vertreten war, liegt auf Platz 74.

Bei den einzelnen Kriterien schneiden folgende Schulen am besten ab: Bei der Gehaltsteigerung die Yale School of Management mit einer Steigerung von 123 Prozent, beim Karrierefortschritt die HEC Paris und beim FT-Research-Rank liegt die Chicago Booth School of Business vorn. Beim Anteil der internationalen Studenten führen die IESE Business School und die Hult Business School mit jeweils 92 Prozent knapp vor der IE Business School mit 90 Prozent.

Den höchsten Anteil an weiblichen Fakultätsmitgliedern (53 Prozent) hat erneut die Koç University Graduate School of Business in der Türkei. Beim Kellogg-WHU-Programm sind es 25 Prozent, an der ESMT sogar nur 19 Prozent.

Bei dem im vergangenen Jahr eingeführten Kriterium „Corporate Social Responsibility“ landet die spanische IE Business School auf Platz 1, gefolgt von der ebenfalls spanischen IESE Business School und der amerikanischen Yale School of Management. Mit drei Prozent der Bewertung spielt das Kriterium allerdings keine große Rolle.

Sieben Schulen (zumindest seit 2017) schaffen den Neueinstieg ins Ranking. Die Yale School of Management erreicht gleich Platz 17. Die UCT Graduate School of Business in Südafrika kommt auf Platz 47, die Indian School of Business mit ihrem „PGP in Management for Senior Executives“ auf Platz 53, die Georgia State University auf Platz 83, die Trinity Business School in Dublin auf Platz 90, das Lingnan College an der Sun Yat-sen University in China auf Platz 93 und die britische Management School der Lancaster University auf Platz 97.

In der 19. Ausgabe des Rankings haben 136 Programme teilgenommen, inklusive 15 Joint-Programme mehrerer Schulen.

Voraussetzung für die Teilnahme am Ranking ist eine Akkreditierung der AACSB oder von EQUIS. Die EMBA-Klasse muss das Programm gemeinsam als Kohorte durchlaufen und mindestens 30 Teilnehmer haben. Executive MBA Programme richten sich an Führungskräfte mit langjähriger Berufserfahrung.

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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