Executive Education: Absage an forschungsbasiertes Wissen

Von am 21. Juni 2021
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Bei der Auswahl von Angeboten zur Executive Education legen Unternehmen keinen Wert auf forschungsbasiertes und empirisches Wissen. Das zeigt eine Umfrage der Financial Times.

Ihr Ranking zu Executive Education hat die Financial Times in diesem Jahr ausgesetzt, weil die Managementweiterbildung besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen war. Dafür hat sie ihr erste “CLO Survey”, also eine Umfrage von 363 Chief Learning Officers (CLO) veröffentlicht.

Mehr als 75 Prozent der Befragten geben dabei an, ihr Budget für die Weiterbildung zu erhöhen oder auf dem Stand von 2020 beizubehalten. Lediglich 17 Prozent planen Kürzungen. Die größte Zunahme bei den Ausgaben gibt es bei Unternehmen mit tausend bis fünftausend Mitarbeitern. Am geringsten fallen die Zuwächse in Europa aus, am höchsten sind sie in Zentral- und Lateinamerika sowie in Asien.

Was die Themenbereiche angeht, liegen die Prioritäten bei Leadership (82 Prozent der Befragten), Change-Management (57 Prozent) und Diversity und Inklusion (55 Prozent). Auf Rang 4 und 5 liegen die Dauerbrenner Digitale Transformation und Strategie, gefolgt von Innovation und Resilienz.

Über die Hälfte der CLO`s will 2021 Business Schools für ihre Managerweiterbildung nutzen. Mehr als zwei Drittel wollen dagegen interne Ressourcen nutzen und fast drei Viertel wollen auf nicht-akademische Trainingsanbieter setzen.

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Bei der Frage nach den wichtigsten Qualitäten von Trainingsorganisationen, mit denen sie zusammenarbeiten würden, bewerteten die CLO´s forschungsbasiertes und empirisches Wissen – also eine Stärke der Business Schools als am wenigsten wichtig. Am wichtigsten war dagegen die Fähigkeit, maßgeschneiderte Angebote für die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens anbieten und die Rendite der Kurse nachweisen zu können. Auf Platz drei steht das Angebot von neuestem Wissen, gefolgt von einer robusten und interaktiven Plattform für das Online-Lernen.

Einig sind sich die Chief Learning Officers, dass das hektische Umschwenken zum Online-Lernen aufgrund der Pandemie nicht wünschenswert war und die Mehrheit glaubt, dass Lernen im Präsenzunterricht besser war. Dennoch sind die meisten realistisch und betrachten eine Mischung aus Online- und Präsenzlernen als die neue Normalität.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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