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Euro-FH: Gewagte Versprechen

Von am 23. Januar 2015
EURO-FH Screenshot 23.01.2015 © Website Euro-FH

Stanford, Harvard, Euro-FH – Hauptsache MBA? Längst haben die Fernhochschulen wie die Euro-FH den MBA entdeckt. Die lockt mit gewagten Karriereversprechen. Dazu kommen geringe Zulassungsvoraussetzungen, ein aggressives Marketing und eine ärgerliche Falschberatung von potentiellen Interessenten. Lesen Sie weiter auf Spiegel online 

PS: Nach dem Erscheinen des Artikels hat die Euro-FH bemängelt, dass der E-Mail-Wechsel mit dem Studienberater unvollständig wiedergegeben wurde. Hier ist er:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Freund machte mich auf Ihr MBA-Studium aufmerksam. Ich habe einen FH-Abschluss in Informatik und bin seit elf Jahren im Vertrieb tätig. Nun überlege ich, noch einen MBA zu machen, da ich mir damit vor allem im Ausland bessere Karrierechancen erhoffe.

Allerdings bin ich ziemlich verunsichert, weil es ja unzählige MBA-Angebote gibt und mir nicht klar ist, wie sich die Euro-FH von ähnlichen Angeboten abhebt. Kann ich mit Ihrem MBA meine Karriereaussichten wirklich verbessern?

Auch bin ich mir nicht über den zeitlichen Aufwand für das Studium im Klaren. Da ich oft beruflich unterwegs bin, könnte das für mich vielleicht ein Problem werden.

Mein Freund sagte mir auch, dass ich Weiterbildungen (zum Beispiel im Vertrieb) auf das Studium anrechnen lassen und damit meine Studiendauer verkürzen kann. Welche Weiterbildungen wären denn dabei anrechenbar und was würde das für die Studiendauer bedeuten?

Ich wäre Ihnen daher für weitere Informationen dankbar.

Verschickt: Mi, 12 Mrz 2014 8:01 am Betreff: AW: MBA-Studium

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage und das damit verbundene Interesse an der Europäischen Fernhochschule Hamburg.

Grundsätzlich ist der MBA der höchste Grad im betriebswirtschaftlichen Bereich, der in den gehobenen Dienst oder in eine Promotion führen kann. Die Abschlüsse sind einer Universität gleichgestellt. Wenn man sich von anderen MBA-lern absetzen will, müsste man schon an eine Elite-Hochschule gehen.

Bei der berufsbegleitenden Variant kalkuliert man mit einem wöchentlichen Arbeitsaufwand von 15 Stunden, um den MBA in der regelstudienzeit zu schaffen.

Eine Anrechnung müsste individuell überprüft werden, eine Pauschalaussage kann man dazu leider nicht geben.

Wir beraten Sie gern telefonisch unter 040/675 70 700 mo – fr von 8 bis 20 Uhr. Vielen Dank und viele Grüsse aus Hamburg Ihr Studienberater

Verschickt: Mi, 12 Mrz 2014 3:39 pm Betreff: Re: MBA-Studium

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank. Leider beantwortet das meine Frage nicht so recht. Der gehobene Dienst ist nicht mein Ziel, mir geht es eher um bessere Karrierechancen im Ausland und ob und wie mir der MBA der Euro-FH dabei hilft. „Wenn man sich von anderen MBA-lern absetzen will, müsste man schon an eine Elite-Hochschule gehen.“ Was heißt das? Gehört die Euro-FH dazu?

Zu der Anrechnung: Das bedeutet, grundsätzlich wäre es möglich, nicht akademische berufliche Weiterbildungen anrechnen zu lassen.

Ich bin derzeit viel im Ausland unterwegs. Daher ist es mit dem Telefonat etwas schwierig.

Mit freundlichen Grüßen

Verschickt: Mi, 12 Mrz 2014 3:49 pm Betreff: AW: MBA-Studium

Hallo Herr ,

ich wollte damit ausdrücken, dass Sie sehr gute „Aufstiegsmöglichkeiten“ haben. Ob der MBA in Hamburg, Berlin oder München (egal ob Universität oder Fachhochschule) abgelegt wurde spielt keine Rolle. Zu den Eliteuniversitäten zählen Hochschulen wie Cambridge, Havard, Princeton, Lausanne usw.

Anrechnungen können neben dem Erststudium durch Fort- und Weiterbildungen und durch Berufspraxis vorgenommen werden.

Vielen Dank und viele Grüsse aus Hamburg Ihr Studienberater.

Und noch eine Bemerkung zum Marketing: Nur weil ich meine Adresse angeben musste, um überhaupt weitere Informationen auf der Website lesen zu können und obwohl ich nie Informationen angefordert habe, bekomme ich auch heute noch – knapp ein Jahr später – regelmäßig Werbe-Briefe von der Euro-FH. Das ist natürlich legitim ist, aber für meinem Geschmack deutlich zu aufdringlich und penetrant.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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