Economist-Ranking: Erneute US-Dominanz

Von am 29. Oktober 2018
MBA-Ranking Fotolia

Auch in diesem Jahr dominieren im MBA-Ranking des britischen Wirtschaftsmagazins Economist die US-Schulen und wieder gibt es einige absurde Auf- und Abstiege.

Auf Platz 1 im Ranking des Economist zu den weltweit besten Vollzeit-MBAs liegt in diesem Jahr die Chicago Booth School of Business, gefolgt vom Vorjahressieger Kellogg School of Management. Auf Platz 3 bis 5 hat sich mit der Harvard Business School, der Wharton School und der Stanford Gaduate School of Business nichts verändert.

Auf Platz 6 liegt – als beste europäische Schule – die IESE Business School in Barcelona, die damit elf Plätze besser abschneidet als im Vorjahr. Die Schule ist neben der London Business School eine der wenigen europäischen Schulen mit einer Studiendauer von mehr als einem Jahr.

Es folgen fünf weitere US-Schulen. Auf Platz 13 (Vorjahr Platz 11) liegt die HEC Paris als zweitbeste europäische Schule.

Dann wird es reichlich absurd. Auf Platz 18 landet die Warwick Business School, die es im letzten Jahr nicht mal unter die Top 100 schaffte. Damit schneidet die britische Schule sogar einen Platz besser ab als INSEAD. Auch die London Business School – die neben INSEAD als eine der besten Schulen in Europa gilt – kommt nur auf Platz 27 und liegt damit sogar hinter der SDA Bocconi School of Management in Mailand.

Beste deutsche Schule ist Mannheim Business School auf Platz 42 (Vorjahr Platz 39), gefolgt von der ESMT auf Platz 56, die damit 15 Plätze schlechter als im Vorjahr abschneidet. Die HHL erreicht Platz 77 (Vorjahr 89) und die WHU Platz 85 (Vorjahr 95). Die Universität St.Gallen, die es im letzten Jahr nicht auf die Rangliste schaffte, erreicht Rang 92.

Das Economist-Ranking ist berüchtigt für seine großen Auf- und Abstiege. So gibt es bei 33 Schulen einen Auf- oder Abstieg im zweistelligen Bereich. Im Vorjahr war das bei 27 Schulen der Fall.

So steigt Scheller College of Business am Georgia Tech um sagenhafte 33 Plätze auf Rang 31. Dagegen verliert die spanische IE Business School 29 Plätze und steigt von Rang 34 auf Rang 63 ab. Vor zwei Jahren war die Schule im Economist-Ranking noch auf Platz 16

Da sich die Qualität eines MBA-Programms innerhalb eines Jahres in der Regel nicht gravierend ändert, liegt das vor allem an der fragwürdigen Metholodogie.

Auffallend ist die Dominanz der US-Schulen. Sie belegen 16 der 20 Toppositionen und 53 Plätze unter den 100 gerankten Schulen. Dafür sind nur fünf asiatische Schulen vertreten. Beim globalen Ranking der Financial Times sind es 15 Schulen.

Grund für die US-Dominanz dürften vor allem die Bewertungskriterien sein. Denn 35 Prozent macht die Öffnung neuer Karrieremöglichkeiten aus. In den USA dauern die MBA-Programme zwei Jahre und das mehrmonatige Praktikum nach dem ersten Jahr verbessert die Chancen für neue Karrieremöglichkeiten deutlich mehr als dies bei einjährigen Programmen – wie sie in Europa dominieren – der Fall ist, wo für längere Praktika schlichtweg keine Zeit ist. Das gilt vor allem für Karrierewechsler, die in eine völlig andere Funktion oder Branche umsteigen wollen.

Ebenfalls 35 Prozent entfallen auf die persönliche Entwicklung und die Bildungserfahrung (Qualität der Professoren, GMAT-Wert und Diversität der Klasse). Mit 20 Prozent wird der Gehaltsanstieg bewertet und zehn Prozent entfallen auf das Netzwerk-Potential.

Trotz erheblicher Zweifel an seiner Aussagekraft gilt das Economist-Ranking neben der Rangliste der Financial Times als einflussreichstes globales Ranking.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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