Economist-Ranking: Boykott der M7

Von am 5. November 2020
Economist pixabay

Die sieben führenden und einflussreichsten Business Schools in den USA boykottieren das diesjährige MBA-Ranking des britischen Wirtschaftsmagazins Economist.

Das M steht angeblich für „magnificient“, die 7 für das Netzwerk der sieben einflussreichsten US-Schulen: die Harvard Business School, die Stanford Graduate School of Business, die Wharton School, die Columbia Business School, die  Kellogg School of Management, die Chicago Booth School of Business und die MIT Sloan School of Management.

Sie alle nehmen in diesem Jahr nicht an dem MBA-Ranking des britischen Wirtschaftsmagazins Economist zu den weltweit besten Vollzeit-MBAs teil, das demnächst erscheinen soll. Das berichtet das MBA-Portal Poets & Quants. Grund soll die Corona-Pandemie sein.

Überraschend ist vor allem der Ausstieg der Chicago Booth School of Business, die in dem beiden letzten Jahren jeweils Platz 1 auf der Rangliste belegte. Insgesamt erreichte Chicago sogar sieben Mal in den letzten neun Jahren den Spitzenplatz.

Für europäische Schulen ist das Fehlen der US-Elite natürlich eine Chance, sich besser zu positionieren als es ihnen eigentlich zustehen würde.

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Doch wie aussagekräftige ist ein Ranking, in dem die Topschulen fehlen? Und noch dazu ein Ranking, das aufgrund seiner fragwürdigen Platzierungen und absurden Auf- und Abstiege schon bisher Kopfschütteln auslöste.

Im April appellierten der Präsident des Graduate Management Admission Council (GMAC), das den Zulassungstest GMAT verwaltet, und die Präsidenten der beiden internationalen Akkreditierungsorganisationen AACSB und EFMD an die Medien, die Veröffentlichungen ihrer Ranglisten aufgrund der Corona-Krise zu verschieben. Denn die Krise werde bisher unbekannte Auswirkungen auf die wichtigsten, dem Ranking zugrundliegenden Kriterien haben.

So konnten MBA-Bewerber anfangs die notwendigen Zulassungstests nicht absolvieren, weil die Testzentren geschlossen waren. Manche Schulen verzichteten ganz auf die Zulassungstests, die wiederum ein wichtiges Kriterium für mache Rankings sind. Ganz zu schweigen von den Jobaussichten und Gehältern der aktuellen Absolventen – auch das ein wichtiger Wert in vielen Rankings.

U.S. News und die Financial Times hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Rankings zum Vollzeit-MBA veröffentlicht. Forbes bringt seine Rangliste sowie nur alle zwei Jahre heraus. Und Bloomberg Businessweek hat als einziger der fünf wichtigsten Ranking-Anbieter seine Bestenliste verschoben.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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