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EBS-Skandal: Ex-Präsident Jahns will Schadensersatz vom Land

Von am 2. Dezember 2012

Christopher Jahns, ehemaliger Präsident der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, will 155.000 Euro Schadensersatz vom Land Hessen, weil er sich durch Äußerungen der Staatsanwaltschaft als vorverurteilt sieht. Streitpunkt sind laut Frankfurter Rundschau elf Presseartikel. Allerdings dürfte es schwierig sein, stichhaltig nachzuweisen, dass ausschließlich die Äußerungen gegenüber der Presse zu dem behaupteten materiellem Schaden geführt haben.

Im April 2011 erging ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Untreue gegen Jahns. Kurz darauf feuerte die EBS ihren Präsidenten. Zwar wurde der Haftbefehl gegen strenge Auflagen außer Vollzug gesetzt, allerdings – nach einer Beschwerde von Jahns – vom Haftrichter im Dezember 2011 nochmals bestätigt.

Inzwischen wurde er aufgehoben und es wurde Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue gegen Jahns erhoben, der sich nach wie vor für komplett unschuldig hält. Es geht um 180.000 Euro, die er gegen Scheinrechnungen an BrainNet bezahlt haben soll. Jahns war damals an der Firmengruppe beteiligt, die inzwischen von KPMG aufgekauft wurde.

Nun macht Jahns geltend, durch vorverurteilende Äußerungen der Staatsanwaltschaft gegenüber der Presse einen materiellen Schaden erlitten zu haben. Beim Verhandlungstermin forderte das Gericht Jahns Anwälte auf, ihre Vorwürfe zu konkretisieren und den materiellen Schaden, der Jahns durch die angebliche Vorverurteilung entstanden sein soll, detailliert zu begründen.

Das dürfte – wie immer in solchen Fällen – nicht einfach sein. Denn es würde schließlich bedeuten, dass ein Auftraggeber Jahns trotz Haftbefehl und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen weiter an der (geplanten) Zusammenarbeit mit Jahns festgehalten hat und diese erst nach den Äußerungen der Staatsanwaltschaft beendet hat. Zudem ist ein Teil der Zitate erst gefallen, nachdem ihn die EBS gefeuert hatte.

Vertreten wird Jahns von dem Medienanwalt Gernot Lehr, der auch Ex-Präsident Christian Wulff – bisher nicht unbedingt sehr erfolgreich – vertreten hat.

Laut Frankfurter Rundschau klagte Jahns, die Anschuldigungen hätten drastische Folgen für ihn gehabt. Er habe seine Netzwerke verloren und sei „sozial komplett zerstört“. In einem Interview mit der Logistik-Postille LT-Manager präsentierte er sich vor kurzem dagegen noch anders.

„Sie sehen blendend aus. Braungebrannt, durchtrainiert und bestens erholt“, eröffnete die Journalistin das Gespräch und Jahns  erklärte, dass er pro Woche rund drei bis fünf Anrufe aus Geschäftsführungs- und Vorstandsetagen bekomme, die ihn fragten ihn, wie es ihm geht und ob sie etwas für ihn tun könnten.

Das Urteil  wird am 13.März verkündet.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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