EBS muss Fördergelder zurückzahlen

Von am 20. Juli 2011

Die European Business School (EBS) hat staatliche Fördermittel zweckentfremdet. Das berichtete das Wissenschaftsministerium in Wiesbaden. Insgesamt 17 Millionen Euro hatte die EBS in den Jahren 2009 und 2010 vom Land für den Aufbau einer juristischen Fakultät in Wiesbaden erhalten. Nun will das Wissenschaftsministerium mindestens 800.000 Euro zurück.

Staatsministerin Kühne-Hörmann folgt Empfehlungen der Wirtschaftsprüfer und beabsichtigt, die Förderung 2009/2010 um mindestens 800.000 Euro zu kürzen, meldet das Ministerium.

Es habe sich beispielsweise gezeigt, dass Personal, das nur teilweise für den Aufbau der Universität/
Law School verantwortlich ist, von der EBS mit einem zu hohen Anteil in die Förderung eingerechnet worden sei. An anderen Stellen fehlten Belege über die Vergabe von abgerechneten Aufträgen. Die Berichte enthielten darüber hinaus Positionen, die noch eingehender überprüft werden müssen. Dabei geht es um eine Summe von etwa 666.000 Euro. Auf die EBS könnten daher Rückzahlungen in Höhe von bis zu 1,4 Millionen Euro zukommen.

„Die Berichte zeigen, dass einige Sachverhalte von unseren Prüfern anders gewertet werden als von der European Business School. Das ist bei einem derart komplexen Vorhaben mit entsprechenden Gestal-tungsspielräumen nicht verwunderlich“, sagte Kühne-Hörmann. Die EBS werde nun dazu angehört. Das Ministerium werde dann umgehend die notwendigen Feststellungen im Einzelnen zur exakten Höhe der betroffenen Beträge machen und deren Rückforderung vorbereiten.

Wie inzwischen bekannt ist, war die EBS bereits im April/Mai 2010 zahlungsunfähig und konnte nur durch die öffentlichen Gelder für die geplante neue Jura-Fakultät in Wiesbaden noch ihre Gehälter zahlen. Ursprünglich sollte die EBS im August eine weitere Rate in Höhe von zwei Millionen Euro für den Aufbau der neuen Jura-Fakultät vom Land erhalten. Eine größere Verzögerung der Mittelzu-
weisung könnte die EBS in eine kritische finanzielle Situation bringen.

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Verzögern wird sich auch die Akkreditierung der neuen Universität durch den Wissenschaftsrat. Dort rechnet man frühestens im Juli 2012 mit dem Ergebnis.

Die EBS steht seit Monaten in den Schlagzeilen. Im April wurde Haftbefehl gegen den Ex-Präsidenten Christopher Jahns erlassen, der jedoch außer Vollzug gesetzt wurde. Jahns wird vorgeworfen, rund 180.000 Euro von der Hochschule in seine eigenen Firmen geleitet zu haben. Jahns wurde inzwischen von der Hochschule geschasst. Er klagt gegen seinen Rausschmiss und bestreitet die Vorwürfe Veruntreuung.

www.ebs.edu

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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