Dax-Vorstände: MBA gewinnt an Bedeutung

Von am 13. September 2021
Dax-Vorstände Pixabay Gerd Altmann

Jeder fünfte Dax-Vorstand hat inzwischen einen MBA-Abschluss. Bei den Dax-Neulingen 2021 waren es sogar 23 Prozent. Das zeigt der neue Dax-Vorstandsreport der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson.

Der MBA gewinnt, der Doktortitel verliert an Bedeutung. 2021 lag der Anteil der MBA-Absolventen bereits bei rund 20 Prozent. Der Anteil der Doktoren unter den Vorständen ist dagegen weiter rückläufig und seit 2005 um mehr als die Hälfte gesunken. 2021 haben nur noch 29 Prozent promoviert. 2013 waren es noch 42 Prozent. Einen MBA-Abschluss hatten damals nur elf Prozent.

Bei den Dax-Neulingen in den Vorständen herrscht sogar Parität zwischen dem Doktor-und dem MBA-Titel. Je 23 Prozent haben promoviert oder einen MBA-Abschluss.

Quelle: Dax-Vorstandsreport von Odgers Berndtson

Die steigende Beliebtheit des MBAs gilt für Frauen und Männer. Beide streben immer öfter einen MBA-Abschluss an. Unter den rund 20 Prozent MBAs im Jahr 2021 waren mehr als ein Drittel Frauen.

“Neben der immer geringer werdenden gesellschaftlichen Anerkennung der Promotion vor allem im Bereich der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sind weitere Gründe sicherlich der Praxisbezug des MBA sowie die besseren Möglichkeiten, den Titel parallel zum Berufsalltag zu ergänzen”, schreibt die Beratung.

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Die steigende Beliebtheit des MBAs mag auch damit zu tun haben, dass mehr ein Drittel (35 Prozent) der Vorstände aus dem Ausland kommt, überwiegend aus dem englischsprachigen Ausland, allen voran aus den USA und Großbritannien, wo der MBA deutlich verbeiteter ist und als Standard bei der Managementausbildung gilt.

Doch auch unabhängig vom MBA, ebnet ein Studium der Wirtschaftswissenschaften den Weg an die Spitze eines Dax-Konzerns. Zwei Drittel der Männer und 55 Prozent der Frauen haben ein entsprechendes Studium absolviert. Bei den Frauen stehen die Naturwissenschaften an zweiter Stelle. Hier ist ihr Anteil sogar größer als bei den männlichen Kollegen.

Erkennbar ist auch ein Trend zu externen Rekrutierungen und Quereinsteigern aus anderen Branchen. Erstmals seit Jahren wurden mehr neue Vorstände von außerhalb angeworben als intern befördert. So waren 2021 nur knapp die Hälfte der Vorstände sogenannte „Eigengewächse“.

Die Zahlen stammen aus dem neuen Dax-Vorstandsreport der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson, die bereits seit 2005 die Profile der 191 Vorstandsmitglieder in den 30 größten börsennotierten Unternehmen analysiert.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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