Babson College feuert Professor wegen Facebook-Scherz

Von am 16. Januar 2020
Babson College Berühmte Kulturstätte in Iran: Persepolis

Ein als Antwort auf Donald Trumps Drohung gegenüber Iran gemeinter Scherz auf Facebook kostete Asheen Phansey, Professor und Director of Sustainability am Babson College, den Job.

Spannungen und der verbale Schlagabtausch nach der Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani hochkochten, twitterte US-Präsident Donald Trump am 4. Januar, er habe eine Liste von 52 iranischen Zielen, die die USA bei Vergeltungsschlägen durch Iran angreifen könnten. „Die strategisch und kulturell für den Iran wichtigen Orte würden dann „sehr schnell und sehr hart angegriffen“, schrieb der Spiegel.

Als Vergeltung solle Ayatollah Khamenei eine Liste mit 52 beliebten amerikanischen Kulturstätten twittern, die er bombardieren könnte, schrieb Asheen Phansey daraufhin auf seiner privaten Facebook-Seite. „Um… Mall of America? Kardashian residence?”

Obwohl der Post längst gelöscht war, sich Phansey entschuldigt hatte und ihn als „schlechten Scherz“, aber niemals als Aufruf zur Gewalt bezeichnet hatte, war das für die Hochschule ein Grund, ihn sofort zu feuern. Pansey sei aufgrund seines Facebook-Posts nicht mehr am College tätig, schrieb das Babson College. Der Post entspreche nicht den Werten und der Kultur des Colleges. Das Babson College verurteile jegliche Form von drohenden Äußerungen und/oder Handlungen, die Gewalt oder Hass in Kauf nehmen.

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Er sei enttäuscht und traurig, dass Babson so abrupt entschieden habe, seine 15-jährige Verbindung mit dem College zu beenden, nur weil sein Scherz, den er gegenüber seinen Freunden auf Facebook gemacht habe, absichtlich missverstanden worden sei, zitiert der britische Guardian Phansey, der schon sein MBA-Studium am Babson College absolviert hatte.

Er liebe die Institution, habe viel in sie investiert und gehofft, dass die Hochschule seine Meinungsfreiheit verteidigen und ihn unterstützen würde. Unabhängig von seiner persönlichen Situation sei er ernsthaft besorgt, was die harsche Reaktion für Amerikaner bedeute, die sich an einem politischen Diskurs beteiligen wollen, ohne gleich immer das Schlimmste voneinander annehmen zu müssen.

Immerhin schaffte es die Meldung über den Rauswurf des Professors nicht nur in die Washington Post und die New York Times, auch internationale Medien – selbst in Indien – berichteten darüber.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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